Handball
Die Aufholjagd der Eulen Ludwigshafen kommt zu spät
Was war da los? Wer versteht denn das? Die Eulen waren gegenüber der Gala in der Vorwoche zunächst nicht wiederzuerkennen. Das war kein Vergleich zum fulminanten 41:31-Sieg bei TuS N-Lübbecke. Und so gewann der VfL Eintracht Hagen wie schon in der zweiten Runde des DHB-Pokals vor knapp zwei Wochen. Aber diesmal war das Ergebnis deutlicher wie noch beim 31:32 nach Verlängerung.
Wenn ein Trainer bereits nach 15 Minuten die zweite Auszeit nimmt, um seine Mannschaft neu einzustellen, dann ist das kein gutes Zeichen. Und genau so war es auch am Sonntag in der Friedrich-Ebert-Halle. Johannes Wohlrab probierte dies und das, setzte früh auf den siebten Feldspieler – aber es fruchtete einfach nicht.
Fehler um Fehler
Die Eulen leisteten sich im Angriff Fehler um Fehler, und sie brachten sich so aus dem Rhythmus. Das Selbstvertrauen schwand. „Wir haben das Spiel in den ersten zehn bis 15 Minuten verloren“, sagte Mittelmann Marc-Robin Eisel.
Eisel hatte viele Spielanteile, weil Sebastian Trost keinen guten Tag erwischte, seine risikoreichen Anspiele an den Kreis kamen einfach nicht an. 12:18 lagen die Eulen kurz vor der Pause zurück, da gelang Kian Schwarzer nach einem Kempa-Trick noch das 13:18. „Ich muss mich entschuldigen für die Leistung, die wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben. Das ist nicht das, was wir präsentieren wollen. Es haben früh ein paar Prozent gefehlt, was die Aggressivität in der Abwehr betrifft und das Tempospiel. Das müssen wir aufarbeiten“, betonte Trainer Johannes Wohlrab. Er hat seine Mannschaft im Abschlusstraining darauf hingewiesen ...
Mex Raguse dreht auf
Immerhin: Die Eulen gaben nach der Pause Gas. Da stand eine andere Mannschaft auf dem Feld. Mex Raguse drehte nun auf. Und tatsächlich: Die Eulen kamen Tor um Tor heran. Die Stimmung in der Ebert-Halle war großartig. Beim Stand von 29:31 in der 55. Minute lag der Ausgleich in Reichweite. Doch Maximilian Haider scheiterte mit seinem Wurf vom Kreis an Mats Grzesinski. Im Gegenzug erhöhten die starken Gäste durch Philipp Vorlicek auf 32:29, und als Jannek Klein im folgenden Angriff den Ball fallen ließ, war die Partie entschieden. Hagen wankte, fiel aber nicht. Das Team hatte in dem früheren Eulen-Spieler Jan-Lars Gaubatz einen klasse Regisseur. „Wir hatten viel Respekt vor den Eulen nach deren Spiel in Lübbecke. Wir haben uns auf den siebten Feldspieler eingestellt. Endlich kamen wir auch mal zu leichten Toren. Wir hatten die bessere Torwartleistung“, resümierte Hagens Kreisläufer Alexander Becker, früher ebenfalls bei den Ludwigshafenern. Kurz vor Schluss sah er wegen eines Stoßes die Rote Karte.
36 Gegentore sind zu viel
Mex Reguse, mit sieben Toren erfolgreich, resümierte aus Eulen-Sicht: „Wir haben es nicht geschafft, das Spiel zu kippen. Der Schlüssel war die Abwehr, da haben wir keinen Zugriff bekommen. 36 Gegentore sind einfach zu viel. Wir konnten nicht die Vorgaben und unsere Tugenden auf das Feld bringen.“
Das war am Familientag der Eulen ganz anders geplant. Im Foyer herrschte ein sehr reges Treiben, vor den verschiedenen Ständen waren viele Kinder. Malen, das Logo der Eulen ausschneiden, unter einer Stange durchbalancieren – zumindest die Kinder in der Ebert-Halle kamen am Sonntag ganz sicher auf ihre Kosten.
Für die Eulen geht es in der Zweiten Liga am kommenden Samstag weiter, dann steht das Spiel beim TV Großwallstadt auf dem Programm.