KOMMENTAR
Deutliches Lebenszeichen des FCK am „Betze“: Ein Hauch von früher
Es war ein Hauch von früher. Früher, als der „Betze“ noch regelmäßig bebte – und das nicht nur wegen der Rücktritte in Aufsichtsrat oder Vorstand. Der FCK hat in Unterzahl ein Spiel in der Schlussphase noch nach Hause geholt – 3:1 nach 1:1.
Redondo kann sich bei Kollegen bedanken
Fans, die vor der Partie an der Einfahrt zum Spielerparkplatz standen, feierten später hinter dem Stadion den erst zweiten Heimsieg mit dem Team. Vor dem Anpfiff gab es Hupkonzerte auf dem Betzenberg. Anfeuerung in Zeiten von Corona. „Endspurt heißt Siege erzwingen“, „kämpfen“, „kratzen, beißen“ – FCK-Fans hatten Banner in die gezwungenermaßen seit gut einem Jahr leeren Westkurve gehängt. Es hat geholfen: Die in dieser Saison zu Recht schon oft gescholtene Lauterer Mannschaft, die sich immer wieder die Frage gefallen lassen musste, ob sie wirklich eine ist – sie hat in Unterzahl ein deutliches Lebenszeichen gesendet. Diese Unterzahl musste Kenny Prince Redondo auf seine Kappe nehmen: Die Gelb-Rote Karte gegen den Flügelspieler des FCK wegen wiederholten Reklamierens war vielleicht überzogen. Und dennoch: In einem so wichtigen Spiel bei 1:0-Führung muss man auch mal ruhig sein können, wenn man sieht, wie leicht der Schiedsrichter Gelb zieht.
Bonusspiel am Mittwoch gegen Zwickau
Redondo ist seinen Kollegen zu Dank verpflichtet, dass sie die Partie noch gedreht haben. Sonst wäre es noch viel finsterer im Tabellenkeller der Dritten Fußball-Liga geworden. Der Sieg muss Rückenwind geben für die noch folgenden neun Partien. Vier Punkte beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer. Aber einige Konkurrenten wie Magdeburg und Lübeck haben ebenfalls gewonnen. Am Mittwoch kommt Zwickau auf den „Betze“. Es ist ein Bonusspiel für den FCK im Vergleich zu den ärgsten Widersachern, die eine Partie mehr absolviert haben. Die Lauterer wissen nun: „Das ist der Weg“, wie FCK-Trainer Marco Antwerpen sagte. Mit dem Kopf durch die Wand. Kämpfen. Siehe Fan-Banner.

