FCK
3:1 gegen Halle: Ein Sieg des Willens
„Endspurt heißt Siege erzwingen!“ oder „10 Spiele, 6 Siege = Klassenerhalt!“ Die Ansagen der Fans waren deutlich. Zu sehen auf großen Bannern in der Westkurve. Der 1. FC Kaiserslautern hat im Drittliga-Abstiegskampf einen ganz wichtigen Sieg erzwungen. Und das, obwohl die Roten Teufel nach einer Gelb-Roten Karte für Kenny Prince Redondo eine halbe Stunde lang in Unterzahl spielten. „Wir haben eine richtig gute Partie abgeliefert und die Reaktion gezeigt, die wir sehen wollten“, freute sich FCK-Trainer Marco Antwerpen.
Eine Stunde lang sah es gut aus für die Lauterer. Sie führten verdient 1:0. Der agile, ballsichere Felix Götze – zusammen mit Tim Rieder eine gute Doppelsechs bildend – bediente Anas Ouahim, der wiederum den Ball in den Strafraum brachte. Dort setzte sich Marvin Pourié gegen den ehemaligen Lauterer Stipe Vucur durch – 1:0 (28.).
Antwerpen mit Platzverweis nicht einverstanden
Dann wurde Redondo wegen Reklamierens von Schiedsrichter Michael Bacher vom Platz gestellt (61.). „Da verspreche ich mir Fingerspitzengefühl“, zeigte sich Antwerpen nicht einverstanden mit der Entscheidung. Und der gerade erst eingewechselte, weil angeschlagene Torjäger Terrence Boyd traf zum 1:1 (64.). Der FCK machte sich innerhalb von drei Minuten seine Arbeit zunichte. Aber die Mannschaft schlug zurück. Klasse Flanke von Jean Zimmer, Kopfball Innenverteidiger Kevin Kraus – 2:1 (81.). Welch’ Emotionen im fast menschenleeren Stadion!
Die wurden neun Minuten später noch einmal heftiger, als die Gastgeber einen herausragenden Konter veredelten. Götze und der eingewechselte Marlon Ritter spielten einen Doppelpass, Ritter bediente Philipp Hercher – und der schoss zum 3:1 (90.) ein. „Wir hatten nach Magdeburg eine hammerharte Woche. Es ist alles möglich ...“, sagte Marvin Pourié.
Der „Jetzt-erst-recht-Moment“
Es war der erste Heimsieg der Lauterer seit dem 1:0 am 25. November gegen den VfB Lübeck, der erst zweite Heimerfolg der Saison. „Ich glaube, dass der Platzverweis so ein Jetzt-erst-recht-Moment war für die Mannschaft und hoffentlich auch für die neun Spiele, die noch vor uns liegen“, meinte Zimmer, der erstmals unter Antwerpen im Mittelfeld ran durfte.
Der FCK hätte schon früh in Führung gehen können, aber der Ex-Lauterer Janek Sternberg klärte einen Pourié-Kopfball nach Ecke von Zuck auf der Linie (12.). Die von Antwerpen geforderte deutlich höhere Laufbereitschaft war zu sehen, ebenso die Intensität.
Senger: „Eine unfassbare Teamleistung“
Von den Gästen kam lange wenig – ein Fernschuss von Lukas Boeder (32.) und ein Versuch von Jan Shcherbakovski (45.+1) stellten FCK-Schlussmann Avdo Spahic vor keine großen Herausforderungen. Stattdessen hätte der FCK nachlegen müssen. Starker Seitenwechsel von Zuck auf Zimmer, der legte ab auf Götze – doch der 23-Jährige traf das Leder nicht richtig, Pourié scheiterte an Torwart Sven Müller. „Ich muss das 2:0 machen, dann wäre alles schon gegessen gewesen“, gab sich Götze nach seinem Startelfdebüt, seinem ersten kompletten Profispiel seit über einem Jahr, selbstkritisch.
So drängte Halle auf das Gehäuse der Lauterer, aber die gaben den Sieg nicht mehr aus der Hand. Spahic parierte in der Nachspielzeit noch großartig gegen Vucur (90.+4). „Eine unfassbare Teamleistung“, freute sich der aufmerksame Marvin Senger.
SO SPIELTEN SIE
1. FC Kaiserslautern: Spahic - Hercher, Kraus, Senger, Zuck (83. Ritter) - Götze, Rieder - Zimmer (90.+1 Sessa), Ouahim (70. Hlousek), Redondo - Pourié (70. Huth)
Hallescher FC: Müller - Boeder, Vucur, Reddemann, Sternberg - Syhre (84. Vollert), Papadopoulos (46. Titsch-Rivero) - Derstroff (61. Dehl), Shcherbakovski, Landgraf (61. Boyd) - Nietfeld (11. Eberwein)
Tore: 1:0 Pourié (28.), 1:1 Boyd (64.), 2:1 Kraus (81.), 3:1 Hercher (90.) - Gelbe Karten: Ouahim (4), Senger (2), Hercher (2), Kraus (5) - Papadopoulos (3), Eberwein (5), Titsch-Rivero (4) - Gelb-Rote Karte: Redondo (61.) - Beste Spieler: Kraus, Zimmer, Götze, Rieder - Shcherbakovski, Reddemann - Schiedsrichter: Bacher (Amerang).
