FCK
Derby gegen den SV Waldhof: Getöse, Kampf und keine Tore
Drei, vier wirklich sehenswerte Spielzüge und lange viel Vorsicht auf beiden Seiten: Das mit Spannung erwartete Derby zwischen den Drittligisten SV Waldhof und 1. FC Kaiserslautern in Mannheim wurde nicht zum Fußball-Klassiker. Der SVW war im zweiten Abschnitt durch die Hereinnahme des umtriebigen Hamza Saghiri und eine dann offensivere Ausrichtung nach der Pause die bessere, nach vorne aktivere Mannschaft.
Nach dem torlosen Remis ist Mannheim Vierter, die Lauterer sind nun seit zwölf Spielen unbesiegt, bleiben auf Rang zwei. Sie haben den SVW im Aufstiegsrennen auf Abstand gehalten. „Ich bin topzufrieden, dass wir hier mit einem Punkt rausgehen“, sagte FCK-Trainer Marco Antwerpen, der sein Ensemble für „viel Einsatzbereitschaft“ lobte. „Es gibt wenige Auswärtsspiele, die so intensiv sind wie hier in Mannheim.“
Seegert köpft kurz vor Schluss vorbei
19.000 Zuschauer sahen die Partie im damit ausverkauften, 24.300 Besucher fassenden Carl-Benz-Stadion, kurzfristige Corona-Lockerungen haben es möglich gemacht. Die Fans sahen kurz vor Schluss die Riesenchance für den SVW, das Derby für sich zu entscheiden. Aber Kapitän Marcel Seegert köpfte den Ball nach einer Ecke von Baris Ekincier am Tor vorbei (88.).
Schon kurz nach der Pause hatte SVW nach einem schönen Spielzug eine richtig gute Gelegenheit. Die Hereingabe von Dominik Martinovic konnte Pascal Sohm aber nicht nutzen. Der SVW-Angreifer setzte den Ball neben das Tor (53.). „Gegen so eine Mannschaft kriegst du nur zwei, drei Chancen“, sagte SVW-Trainer Patrick Glöckner, „die haben wir gehabt, konnten sie aber leider nicht setzen.“
Boyd vergibt die größte FCK-Chance
Auf der Gegenseite verzog FCK-Stürmer Terrence Boyd aus prima Position – hieb den Ball nach einer abgefälschten Flanke Philipp Herchers drüber (55.), gab sich später sehr selbstkritisch. Dass der FCK deutlich verhaltener wirkte als in den Partien zuvor, begründete Trainer Antwerpen auch mit der frühen Zwangsumstellung: Felix Götze bleibt der große Pechvogel. Kaum wieder von einem Muskelfaserriss genesen und nun erstmals wieder in der FCK-Startelf, war für den 24-Jährigen erneut früh Schluss. Diesmal verletzte er sich nach einem Zweikampf äußerst unglücklich. Er stolperte über den Fuß des am Boden liegenden SVW-Offensivspielers Adrien Lebeau, knickte um, ohne dass einer der beiden etwas dafür konnte. Götze musste raus, für ihn kam Daniel Hanslik.
Aytekin leitet die Partie souverän
Die erste Hälfte blieb „verkrampft“, wie SVW-Coach Glöckner konstatierte. Die einzigen ansatzweisen Chancen der Lauterer hatte Boyd, der mit zwei Schüssen an Torwart Timo Königsmann scheiterte. Beim SVW zog sich kurz nach der Pause Lebeau eine Muskelverletzung zu und musste in einer von viel Taktik und Zweikampf-Kleinklein geprägten Partie ausgetauscht werden.
Nach dem turbulenten Hinrundenspiel zwischen den Rivalen stellte der DFB nun einen seiner erfahrensten Schiedsrichter ab. Der Fifa- und Bundesliga-Referee Deniz Aytekin nahm sich des Nachbarschaftsduells an. Der 43-Jährige leitete die Partie, die keine Fußballgeschichte schrieb, souverän.
So spielten sie
SV Waldhof Mannheim: Königsmann - Costly, Gohlke, Seegert, Rossipal - Höger, Wagner (46. Saghiri) - Martinovic (86. Butler), Lebeau (51. Boyamba), Schnatterer (69. Ekincier) - Sohm (69. Kother)
1. FC Kaiserslautern: Raab - Tomiak, Kraus, Ciftci - Hercher, Zuck - Ritter (83. Sessa) - Götze (17. Hanslik; 70. Niehues), Wunderlich - Redondo, Boyd (83. Kiprit)
Gelbe Karte: - Tomiak (10) - Beste Spieler: Seegert, Rossipal, Saghiri - Boyd, Ciftci - Zuschauer: 19.000 (ausverkauft) - Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach).


