1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Diese Klubs überholt der FCK in der Fernsehgeld-Tabelle

Auf dem Weg nach oben: Die guten Platzierungen in der Zweiten Liga rechnen sich für den FCK auch wirtschaftlich.
Auf dem Weg nach oben: Die guten Platzierungen in der Zweiten Liga rechnen sich für den FCK auch wirtschaftlich.

Platz sechs in der abgelaufenen Zweitliga-Saison bringt den FCK auch in der Fernsehgeld-Tabelle weiter nach oben. Mit wie viel Mehreinnahmen die Lauterer planen können.

Manchmal muss man sich auch mit einem kleineren Schritt nach oben begnügen, um perspektivisch in andere Sphären vorstoßen zu können. Nachdem alle Relegationsspiele absolviert und das Teilnehmerfeld der Zweiten Liga in der Saison 2026/2027 feststeht, weiß auch der 1. FC Kaiserslautern, welchen Rang er in der Fernsehgeld-Tabelle einnehmen wird. Durch den sechsten Platz in der abgelaufenen Saison macht der FCK einige Positionen gut, zum ganz großen Sprung nach vorne im Ranking reicht es aber nicht. Noch nicht, denn nach der nächsten Saison fällt die letzte Drittliga-Spielzeit der Roten Teufel aus der Fünfjahreswertung – und dann könnten auch die TV-Einnahmen in signifikantem Ausmaß steigen.

Die Pfälzer kämpfen wirtschaftlich immer noch mit den Langzeitfolgen des Absturzes in die Dritte Liga zwischen 2018 und 2022 – gerade im Vergleich mit Konkurrenten, die stabil in der Zweiten Liga gespielt und dort konstant gute Platzierungen erreicht haben. „Im Moment sind beim TV-Geld 13 Mannschaften vor uns. Nur um mal die Realität aufzuzeigen“, sagte Geschäftsführer Thomas Hengen im vergangenen November. Die Verteilung der Fernsehgelder in der Zweiten Bundesliga folgt einem von der Deutschen Fußball Liga (DFL) festgelegten Vier-Säulen-Modell. Säule eins ist die die Gleichverteilung (50 Prozent), ein Sockelbetrag von rund 7,4 Millionen Euro, der an alle 18 Zweitligisten ausgezahlt wird. Säule drei belohnt den Einsatz von eigenen Nachwuchsspielern (Anteil vier Prozent), Säule vier den Faktor „Interesse“ (drei Prozent) und berücksichtigt etwa das größere Zuschauerinteresse bei Traditionsvereinen wie dem FCK.

Düsseldorf fällt weg, Elversberg zieht vorbei

Entscheidend ist hier aber die zweite Säule „Leistung“, die 43 Prozent der Gesamteinnahmen aus den TV-Geldern ausmacht. Dabei zählen im Rahmen einer Fünfjahreswertung die Platzierungen in der Zweiten Liga (sowie unter Umständen Saisons in der Ersten Liga). Dieses Ranking meint Geschäftsführer Hengen, wenn er von den Lauterer Nachteilen im Vergleich zur Konkurrenz spricht. In dieser Tabelle werden die Platzierungen der fünf Vorjahre anhand von Wertungspunkten gewichtet. Für Platz eins gibt es 18 Punkte, für den 18. Platz einen Zähler. Konstanz wird so belohnt, aber auch eine starke Performance in der jüngeren Vergangenheit. Die aktuelle Saison wird mit dem Faktor 5 multipliziert, die Vorsaison mit 4, bis hin zur Spielzeit vor fünf Jahren mit dem Faktor 1.

Bisher erlöst der FCK aus dem Fernsehtopf der Zweiten Liga knapp neun Millionen Euro.
Bisher erlöst der FCK aus dem Fernsehtopf der Zweiten Liga knapp neun Millionen Euro.

Der FCK weist nach der vergangenen Saison in dem Ranking genau 151 Punkte auf. Ein Durchschnittswert. In der TV-Geld-Tabelle rücken die Pfälzer damit von Platz zwölf auf zehn vor. Die Lauterer überholen Absteiger Fortuna Düsseldorf, den 1. FC Nürnberg (133 Punkte) und die SpVgg Greuther Fürth (117), müssen aber Sensationsaufsteiger SV Elversberg passieren lassen. Bisher bekam der FCK knapp neun Millionen Euro aus dem TV-Topf der Zweiten Liga. Als Faustregel geht man davon aus, dass jeder Platz, den sich ein Zweitligist in der Fernsehtabelle verbessert, rund 300.000 Euro mehr ausmacht. Damit würde der vierfache deutsche Meister künftig rund 600.000 Euro mehr erlösen.

Spannend wird es aber tatsächlich nach der nächsten Saison, wenn die mit null Punkten gewertete letzte Drittliga-Saison 2021/2022 des FCK aus der Wertung fällt. Dann wären je nach Platzierung auch arrivierte Zweitligisten wie der Karlsruher SC (162 Punkte), Hannover 96 (180), Hertha BSC (181), Darmstadt 98 (206) oder Holstein Kiel (208) in Reichweite – und eine Steigerung der TV-Erlöse im siebenstelligen Bereich möglich.

In ganz andere Dimensionen würde die Lauterer ein Aufstieg katapultieren. Zum Vergleich: Der Hamburger SV als Letzter in der TV-Geld-Tabelle der Bundesliga bekam in der vergangenen Saison rund 31,40 Millionen Euro, Absteiger VfL Wolfsburg sogar 50,75 Millionen Euro. Auch wenn die Niedersachsen nach 29 Jahren ununterbrochenen Jahren in der Ersten Liga das Zweitliga-Ranking mit 362 Wertungspunkten und riesigem Vorsprung anführen werden, wird der wirtschaftliche Aufprall eine Etage tiefer ein harter sein. Die Wolfsburger Einnahmen aus dem Fernsehtopf dürften sich in der neuen Saison mehr als halbieren, auf einen Wert um die 20 Millionen Euro.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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