Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Der neue Zverev ist am Ziel

Tilgte einen Makel im Finale gegen Flavio Cobolli (links): Alexander Zverev.
Tilgte einen Makel im Finale gegen Flavio Cobolli (links): Alexander Zverev.

Alexander Zverev ist nun nicht mehr der Unvollendete. Sein Triumph bei den French Open ist der Lohn für einen Leidenskampf.

Alexander Zverev ist auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere. Der 29-Jährige hat nun mit dem Gewinn der French Open das erreicht, wonach jeder Profi strebt: mindestens eines der vier Grand-Slam-Turniere gewinnen. 13 Jahre hat er darauf warten müssen. Natürlich spielten Zverev in Paris das frühe Aus von Jannik Sinner und Novak Djokovic sowie die verletzungsbedingte Absage von Carlos Alcaraz in die Karten. Aber: Kein anderer Profi spielte so konstant wie Zverev in Paris. Kaum einer war physisch und mental so beständig. Der Druck auf Zverev war groß, da alle nun von der Nummer drei Weltrangliste erwarteten, den Titel zu holen.

Alexander Zverev drohte schon als der Unvollendete in die Tennis-Geschichte einzugehen, nämlich als ein Top-Spieler, die nie eines der vier Grand-Slam-Turniere gewann. Diesen Makel hat er ausradiert. Dafür hat er mit 29 Jahren nochmals seinen Spielstil geändert – gewagt, aber erfolgreich. Er hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, als – teils berechtigte – Kritik auf ihn niederprasselte. Ganz egal war dem gebürtigen Hamburger, der dreimal bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Ludwigshafen teilnahm, die äußere Wahrnehmung nicht. Ende 2020 engagierte er den früheren Regierungssprecher von Ex-Kanzler Gerhard Schröder, um sein Image aufzupolieren.

Ein Kraftakt

Der Kraftakt in Paris bewies, welch mental starker Mensch Zverev ist. Er hat Diabetes. Auf diesem Niveau solch eine Leistung zu vollbringen, ist eine unfassbare Leistung. Alleine das verdient höchsten Respekt. Denn diese Krankheit stellt wohl für ihn mit die größte Widrigkeit dar. Als Ausrede hat er sie nie herangeführt.

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