Boxen RHEINPFALZ Plus Artikel Der Ludwigshafener Ahmad Ali kann um die WM-Krone boxen

Lokalmatador Ahmad Ali (rechts) bestreitet am 9. Dezember den Hauptkampf in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen.
Lokalmatador Ahmad Ali (rechts) bestreitet am 9. Dezember den Hauptkampf in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen.

Ahmad Ali hat viele persönliche Schicksalsschläge einstecken müssen in den vergangenen Monaten. Der Profiboxer aus Ludwigshafen kämpfte sich aus dem Tal. Nun öffnete sich unerwartet eine Tür.

Mit dem Fehler hat Ahmad Ali lange Zeit innerlich kämpfen müssen. Der 35 Jahre alte Profiboxer aus Ludwigshafen hatte im September 2022 einen Profikampf in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen um die EM-Krone im weltgrößten Boxverband, dem IBF, absolviert – obwohl er gesundheitlich angeschlagen war. Ahmad Ali litt noch an den Folgen des Coronavirus. Er ließ sich dennoch dazu hinreißen, in den Ring zu steigen. Ahmad Ali verlor. Er verschwieg, dass er krank war. Er ist nicht der Typ, der nach Ausreden sucht. Erst sieben bis acht Monate später war Ahmad Ali wieder vollständig genesen.

Das war aber nicht alles. Wenige Wochen nach seiner Niederlage im Ring starb sein Vater. Zu ihm hatte der gelernte Mechatroniker ein enges und inniges Verhältnis. 1985 kamen die Alis aus dem Libanon nach Deutschland. Ahmad Ali war der Jüngste unter den acht Geschwistern. An den persönlichen Schicksalsschlägen hatte Ahmad Ali lange zu knabbern. Er war physisch und psychisch angeknackst. In dieser Zeit sortierte er sein Leben neu. Er kehrte wieder zu seinem alten Trainer, dem früheren Bundestrainer im Boxen, Valentin Silaghi, zurück, arbeitet seitdem auch mit dem Mentaltrainer Tobias Lenk aus Kaiserslautern zusammen. Ali flog nach Thailand, um Abstand zu gewinnen. In Asien kam Ahmad Ali mit sich wieder ins Reine. Die Lust und die Motivation, wieder zu boxen kehrten zurück.

Ein Sieg als Türöffner

Monate später stand der Super-Weltergewichtler (bis 70 Kilogramm) wieder im Ring – und siegte. Was er zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen konnte: Der Sieg war der Türöffner für einen seiner wohl wichtigsten Kämpfe am kommenden Samstag in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen. Dort wird Ahmad Ali dem Tansanier Mfaume Mfaume gegenüberstehen. Es wird der Hauptkampf an diesem, vom Südpfälzer Boxmanager Rainer Gottwald organisierten Abend sein. Neun Duelle stehen auf dem Programm. 28 Profikämpfe hat Mfaume absolviert, 20 Mal gewonnen. In Afrika wird der 31-Jährige nur der „One-Punch-Man“ genannt.

20 Profikämpfe bestritt Ahmad Ali bislang. 18 davon gewann der Ludwigshafener.
20 Profikämpfe bestritt Ahmad Ali bislang. 18 davon gewann der Ludwigshafener.

Für Ahmad Ali öffnet sich mit diesem Kampf unerwartet eine Tür. „Durch den Sieg bei meinem Comeback-Kampf und meinem immer noch guten Ranking bei den Verbänden wurde dieser Kampf möglich“, sagt Ahmad Ali: „Mein Sieg zeigte den Funktionären, dass ich da bin.“

Für Ahmad Ali steht einiges auf dem Spiel. Gewinnt er am 9. Dezember, dann besteht die Möglichkeit, um den WM-Titel zu kämpfen. „Es muss nicht heißen, dass ich der Pflichtherausforderer werde, aber ich habe den Anspruch, um die WM-Krone zu kämpfen. Der Weltmeister und der Verband müssen dann zustimmen, ob er gegen mich oder gegen den international Champion kämpft“, sagt Ahmad Ali.

Mit der Kickbox-Weltmeisterin Alessia Amato aus Ludwigshafen trainiert Ahmad Ali (rechts) ab und an im Tonus-Fitnessstudio in Fr
Mit der Kickbox-Weltmeisterin Alessia Amato aus Ludwigshafen trainiert Ahmad Ali (rechts) ab und an im Tonus-Fitnessstudio in Frankenthal.

Das Duell gegen den Tansanier kommt außerdem zu einem gelegenen Zeitpunkt. Der Ludwigshafener war für einige Wochen auf Mallorca. Dorthin wurde er von Agon Sports, einem Boxpromoter, eingeladen, um mit Haro Matevosyan zu trainieren. Matevosyan gehört zu den Top Fünf beim Verband IBF. Ali wurde auserkoren, weil er ähnlich boxt wie Matevosyans kommender Gegner. „Das war eine tolle Erfahrung, mich mit den besten Boxern Deutschlands und der Welt zu messen. Auch Jack Culcay war dabei“, erzählt Ali. Dieses Trainingslager bestärkte Ahmad Ali, dass er nach seinem Tief auf dem richtigen Weg ist. Für ihn war es eine Standortbestimmung. „Boxerisch konnte ich mithalten, aber die Jungs waren top fit. Ich muss noch an meiner Kraftausdauer arbeiten“, sagt Ahmad Ali.

„Ali auf dem Weg zur Weltmeisterschaft“

Schließlich will Ali nicht nur seine Bilanz aufpolieren (20 Kämpfe, 18 Siege, ein Remis, eine Niederlage), er will auch das Motto des Abends mit Leben erfüllen. „Ali auf dem Weg zur Weltmeisterschaft“, lautet die Devise.

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