FCK
Der Berliner Muhammed Kiprit wird in Kaiserslautern nicht oft alleine sein
Schon bevor sich seine Teamkollegen auf den Weg zum Vormittagstraining ins Nachwuchsleistungszentrum Fröhnerhof machten, war Muhammed Kiprit am Dienstag aktiv. Der Laktattest stand auf dem Programm. „Das ist üblich in der Vorbereitung. Da ich später dazukam, musste ich ihn nun nachholen“, sagte der 22-Jährige danach. Bereits am Nachmittag nahm der Angreifer wieder am Teamtraining teil.
Seine ersten Tage bei den Roten Teufeln liefen nicht unbedingt so, wie er sich das vorgestellt hatte. Kaum zum FCK gestoßen, reiste er mit ins Trainingslager nach Südtirol. Doch erst plagten ihn Oberschenkelprobleme, dann musste er wegen einer Erkältung abreisen – ausgerechnet an seinem Geburtstag. Nun fühlt er sich wieder fit, hofft es in den Kader für das erste Saisonspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Eintracht Braunschweig zu schaffen. „Ich bin froh, wieder gesund zu sein. Wir haben noch ein paar Tage bis zum Spiel. Ich denke, dass ich da noch ein bisschen aufholen kann. Natürlich würde ich gerne spielen“, sagt er.
„Die Anspannung ist da“
Vor allen Dingen auf die Kulisse freut er sich – 15.000 Zuschauer sind Stand jetzt mit einem Hygienekonzept zugelassen. „Die Anspannung ist da. Ich freue mich darauf, dass es losgeht“, erzählt Kiprit. Er will seinen Teil dazu beitragen, dass es beim FCK wieder besser läuft. „Ich will den nächsten Schritt machen, mit dieser Mannschaft, mit diesen tollen Fans Erfolge feiern. Ich bin Stürmer, muss der Mannschaft mit meinen Toren helfen.“
Genau darauf hofft auch sein Trainer Marco Antwerpen: „Er hat gute Bewegungen, ist laufstark im Training. Er hat eine Knipser-Mentalität. Da freuen wir uns darauf, wenn wir ihn in richtiger Topform haben.“
Zwangsabstieg mit KFC Uerdingen
Vor seinem Wechsel hielt sich Muhammed Kiprit mit einem Personal Trainer in Berlin fit. In der vergangenen Saison schaffte er mit dem KFC Uerdingen im Endspurt noch den Klassenerhalt in der Dritten Liga. Die Mannschaft trainierte unter schwierigsten Bedingungen, ließ sich davon aber nicht unterkriegen. „Wir haben uns oft zusammengesetzt, wollten aus den Umständen das Beste machen. Die Gespräche waren gut, es wurde gesagt, dass alles so gut wie sicher wäre. Das hat uns noch mehr gepusht“, erzählt Kiprit. Doch nach dem Absprung des Investors folgte nach der sportlichen Rettung der Zwangsabstieg. Für Kiprit und seine Teamkollegen das bittere Ende einer turbulenten Saison, in der der Angreifer in 36 Spielen neun Tore erzielte. „Wer das durchmacht, hat viel Erfahrung gesammelt.“
Antwerpens Anruf
Marco Antwerpen hatte ihn persönlich angerufen, hatte ihm erzählt, was er in Kaiserslautern vorhat. Kiprit war direkt begeistert. „Ich habe es im Rückspiel mit Uerdingen auf dem Betzenberg gesehen, wie viele Chancen hier ein Stürmer bekommen kann.“ 4:1 siegten die Roten Teufel. Torschütze für den KFC Uerdingen: Muhammed Kiprit zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung für die Gäste.
Ein besonderes Spiel in der Heimat
In Kaiserslautern ist er noch auf Wohnungssuche. Seine Eltern und sein Onkel waren aus Berlin ein paar Tage mit in die Pfalz gekommen, werden zum Wochenende wieder anreisen und auch sonst oft bei ihm sein. Mit Hikmet Ciftci, Avdo Spahic und Daniel Hanslik kannte er zudem drei FCK-Spieler bereits vor seinem Wechsel, was es ihm einfacher machte. „Ich wurde aber auch so sehr schnell von den Jungs aufgenommen“, ist er dankbar. Groß ist Kiprits Vorfreude nicht nur auf den Ligastart am Samstag, sondern auch auf den dritten Spieltag, wenn die Roten Teufel bei Aufsteiger Viktoria Berlin gastieren.
In der Hauptstadt begann er bei den Reinickendorfer Füchsen mit dem Fußball, kam über Tennis Borussia Berlin in die U17 von Hertha BSC. 2018 wurde der türkische Juniorennationalspieler mit der A-Jugend der Hertha deutscher Meister. „Natürlich wird das ein besonderes Spiel für mich in Berlin. Viele haben schon angekündigt, dass sie kommen wollen.“
Zur Person: Muhammed Kiprit
- Position: Angriff
- Geboren: 9. Juli 1999 in Berlin
- Nationalität: Deutsch/Türkisch
- Größe: 1,84 Meter
- Beim FCK seit: 2. Juli 2021
- Frühere Vereine: KFC Uerdingen 05, Hertha BSC, FC Wacker Innsbruck, Tennis Borussia Berlin, Füchse Berlin Reinickendorf.
