Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Das Phänomen Lewandowski

Sein erster Streich: Robert Lewandowski (Nummer 9) trifft zum 1:0 für die Bayern.
Sein erster Streich: Robert Lewandowski (Nummer 9) trifft zum 1:0 für die Bayern.

Bayern München schlägt Hertha BSC in einer Partie mit absurder und dramatischer Endphase 4:3. Seinem polnischen Mittelstürmer ist der Rekordmeister zu besonderem Dank verpflichtet. Das Transferkarussell dreht sich mit rasanter Geschwindigkeit.

Es hat ja noch nie große Zweifel gegeben, dass Robert Lewandowski für den FC Bayern in der Wichtigkeitsskala ziemlich weit oben steht. Aber dass er ein Spiel fast im Alleingang gewinnt, kommt dann doch nicht so oft vor. Beim 4:3 (1:0) am Sonntag gegen Hertha BSC Berlin gingen alle Münchner Tore auf sein Konto. Der Pole bewahrte damit seine Mannschaft vor der zweiten Blamage im dritten Bundesligaspiel. „Die Qualität, die er hat, ist einzigartig“, sagte Bayern-Trainer Hansi Flick.

Die Berliner traten mutig auf, schafften nach 0:2- und 2:3-Rückstanden jeweils den Ausgleich, aber wurden am Ende nicht belohnt für ihre Leistung. „Bayern hatte keinen Top-Tag, und wir haben das nicht ausgenutzt“, sagte Herthas Keeper Alexander Schwolow.

Müde Bayern

Die müden Bayern bauen darauf, nach der Länderspielpause laut Flick „wieder in Tritt“ zu kommen – und ein paar neue Spieler integrieren zu können. Kurz vor Anpfiff haben sie bestätigt, was schon tags zuvor die Runde gemacht hatte: Der defensive Mittelfeldspieler Marco Roca, 23, wechselt von Espanyol Barcelona nach München. Noch nicht offiziell sind die Verpflichtungen von Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting von Paris St. Germain und Rechtsverteidiger Bouna Sarr von Olympique Marseille. Zudem gibt es Gerüchte, wonach Douglas Costa (Juventus Turin) zurückkehrt. Am Samstag wurde der Wechsel von Torhüter Sven Ulreich zum Hamburger SV bekanntgegeben.

Fünf neue Spieler im Team

Gegen Hertha hat Europas Trainer des Jahres die Mannschaft im Vergleich zum Supercup unter der Woche gleich auf fünf Positionen verändert – und dabei in Christopher Richards einem Nachwuchsspieler ein Startelf-Debüt in der Bundesliga verschafft. An dem 20 Jahre alten US-Amerikaner lag es aber nicht, dass sich die Münchner zunächst schwertaten. Die engagierten Herthaner wussten, wie den schon arg strapazierten Bayern beizukommen sein könnte: mit konzentrierter Abwehrarbeit und Gegenstößen bei Balleroberungen – womöglich wäre tatsächlich etwas zu holen gewesen, hätten sie bereits zu Beginn auf dem Weg nach vorne direkter gespielt.

Den Bayern fehlte zunächst die Präzision, aber womöglich auch ein wenig der Biss. Das änderte sich in der Schlussphase der ersten Hälfte, da wurden die Angriffe druckvoller. In der 40. Minute war es dann soweit, Lewandowskis erster Streich, ein Schuss aus kurzer Distanz zum 1:0. Als er zu Beginn der zweiten Halbzeit nachlegte (51.), schien die Partie entschieden.

Bayerns Auszeit

Doch dann nahm sich die Bayern-Defensive eine Auszeit. Zunächst konnte Neuer gegen Matheus Dunha retten, aber bei Cordobas wuchtigem Kopfball (59.) war er ebenso machtlos wie bei Cunhas Ausgleich zum 2:2 (71.). Nach Lewandowskis drittem Tor (85.) gelang es Hertha zwar noch einmal zu kontern, der eingewechselte Jessic Ngankam erzielte den erneuten Ausgleich (88.). Aber der Bayern-Stürmer hatte noch nicht genug ...

So spielten sie

FC Bayern München: Neuer - Richards (65. Pavard), Boateng, Alaba, Hernandez (65. Musiala) - Kimmich (65. Tolisso), Goretzka - Gnabry (90.+4 Martinez), Müller, Davies (89. Süle) - Lewandowski

Hertha BSC: Schwolow - Pekarik, Stark, Boyata, Mittelstädt - Zeefuik (68. Piatek), Darida, Tousart, Lukebakio (87. Ngankam) - Cunha - Cordoba

Tore: 1:0 Lewandowski (40.), 2:0 Lewandowski (51.), 2:1 Cordoba (59.), 2:2 Cunha (71.), 3:2 Lewandowski (85.), 3:3 Ngankam (88.), 4:3 Lewandowski (90.+3, Foulelfmeter) - Gelbe Karten: Hernandez, Gnabry, Lewandowski - Cordoba, Piatek, Mittelstädt - Beste Spieler: Müller, Lewandowski - Cordoba, Cunha - Schiedsrichter: Cortus (Röthenbach).

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