1. FC Kaiserslautern
Das FCK-Trainingslager und die Auswirkungen
Am Mittwoch um die Mittagszeit landete der Flieger mit der Flugnummer XQ 141 aus Antalya in Frankfurt am Main. An Bord: Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern. Vom 3. bis 11. Januar war der Tabellenvierte in Belek im Trainingslager. Trainer Dirk Schuster zog das Programm durch. Die beiden Testspiele gegen den ungarischen Erstligisten Mezökövesd-Zsory (1:2) und gegen den Drittligisten 1860 München (1:1) verliefen aus Ergebnissicht weniger gut. Aber die Resultate spielten für Dirk Schuster ohnehin eine untergeordnete Rolle.
Wer waren die Gewinner des Trainingslagers?
Alle Profis, die die kompletten Einheiten durchgezogen haben. Denn das Programm war sehr anspruchsvoll. Dirk Schuster legt Wert auf eine gute Physis. Dreimal mussten die FCK-Profis um 7.30 Uhr den Kurs um den Golfplatz absolvieren. Der war 5,5 Kilometer lang. Das Tempo war stramm. An diesen Tagen wurde dreimal trainiert. Es ist schwierig, einzelne Spieler hervorzuheben, denn alle zogen ausnahmslos gut mit.
Wer hat das Trainingslager nicht ideal für sich nutzen können?
Daniel Hanslik. Er blieb zu Hause, weil er sich erkältet und der Infekt ihn doch länger außer Gefecht gesetzt hatte als angenommen. Dann waren da auch noch Aaron Opoku und Marlon Ritter. Ritter verletzte sich am zweiten Tag im Testspiel gegen Mezökövesd-Zsory am Oberschenkel. Er bekam einen Schlag dagegen. Von da an nahm er an keiner Einheit mit der Mannschaft mehr teil und trainierte individuell im Kraftraum. Opoku erkältete sich im Trainingslager und fiel ein paar Tage aus. Allerdings war der schnelle Außenbahnspieler am Montag wieder eingestiegen.
Welchen Eindruck hinterließ das Team als Team?
Einen sehr guten. Das Innenleben ist intakt. Geschäftsführer Thomas Hengen spricht immer gerne von der Kaderhygiene. Mittelfeldspieler Hikmet Ciftci verwendete für den Geist im Team martialische Worte. Er sagte sinngemäß, dass jeder für jeden auf dem Platz durch den Krieg ziehen würde. Der Erfolg erleichtert natürlich vieles. Der wahre Charakter einer Mannschaft zeigt sich dann, sollte sie einige Spiele in Folge verlieren.
Wie ist das Zusammenspiel von Mannschaft und Fans?
Es war ein unkompliziertes, offenes und faires Miteinander. Die Fans, die im Mannschaftshotel wohnten, respektierten und akzeptierten die Privatsphäre der Spieler. Die Profis plauderten ab und an mit den Anhängern auf dem Weg zum 800 Meter entfernten Trainingsplatz. Auch der Fantag im Hotel kam gut an. 60 bis 70 Anhänger waren in der Spitze beim Training anwesend. Das waren Fanaussagen zufolge wenig. In Mals und in Trainingslagern, die näher liegen, begleiteten wesentlich mehr Fans den FCK. Als es bei einem Training in Belek zu einem Missverständnis der Uhrzeiten kam, tauchten Dirk Schuster und sein Assistent Sascha Franz bei den Fans plötzlich beim Abendessen auf und erläuterten den Sachverhalt. Ruck, zuck war das Problem gelöst. Diesen feinen Zug rechneten die Fans dem Trainerduo sehr hoch an.
Wie ist Nicolai Rapp angekommen?
Der Zugang des SV Werder Bremen hat keine Anlaufschwierigkeiten. Zum einen ist es für den 26 Jahre alten Mittelfeldspieler nichts Neues, sich in einer Mannschaft zu integrieren. Denn Rapp ist schon häufiger gewechselt. Aber seine freundliche und gewinnende Art hat ihm das Ankommen im Team erleichtert. In Belek war er schnell im Kreise der Mannschaft integriert.
Bedarf es weiterer Zugänge?
Dirk Schuster sieht Handlungsbedarf im Sturm und auf der linken Abwehrseite. Thomas Hengen sagte: „Sollte Hendrick Zuck ausfallen, könnte das für den FCK zu einem Problem werden.“ Und: „Es ist immer besser, einen Experten auf den Positionen zu haben“, betonte Hengen. Ebenso soll ein Back-up für Boyd kommen. „Es muss aber alles passen. Der Spieler muss uns besser machen“, sagt Hengen.
Wird im Geheimen über den Aufstieg geredet?
Davon war im Trainingslager nichts zu hören. Der FCK ist demütig genug, um zu wissen, dass es viel zu früh ist, von einem möglichen Aufstieg zu reden. Torwart Andreas Luthe sagte in einem RHEINPFALZ-Interview: „Vieles ist davon abhängig, wie wir in die Rückrunde starten. Wir legen in Hannover los. Lass uns da mal klar verlieren. Dann wird der Druck größer und dann könnte die positive Stimmung etwas abflauen. Denn durch die lange Pause sind wir nicht mehr so in diesem Flow. Wenn wir die ersten zwei bis drei Spiele positiv gestalten, dann bin ich guter Dinge.“
