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MR 7: Marlon Ritter sagt, warum er beim FCK geblieben ist
Auf die gute Nachricht stieß Marlon Ritter mit seiner Frau und Freunden mit einem Rosé an. Am 30. Dezember informierte ihn sein Berater, dass sich beide Seiten einig seien. Der Vertragsverlängerung stand also nichts mehr im Weg.
Marlon Ritter ist ein wichtiger Baustein im Personalpuzzle des FCK. Der technisch äußerst beschlagene Mittelfeldspieler entwickelte sich beim Zweitliga-Aufsteiger zu einem Führungsspieler. Der persönliche Aufwärtstrend wurde bestärkt durch den Erfolg, den der FCK erlebte. „Es passte alles für mich, also war es keine Option für mich zu pokern und schauen, was bis Sommer ist“, sagt Ritter. Er kannte die Parameter beim FCK. „Vielleicht meldet sich jemand, aber ich bin 28 und habe Verantwortung. Da war mir relativ schnell klar, dass ich bleiben will.“
Ein Wechsel nach Saudi-Arabien war keine Option
Die gegenseitige Wertschätzung vereinfachte die Verhandlungen. Der FCK ging schon vor Winter auf Ritter zu. Er signalisierte, dass er bleiben würde. Marlon Ritter ist 28 Jahre alt, verheiratet und Familienvater. Da verändern sich die Koordinaten im Leben. „Es gibt Spieler, die gehen nach Saudi-Arabien. Das war keine Option für mich. Ich will einfach nur Fußball spielen, weil ich es liebe“, sagt er.
Marlon Ritter entschied aber nicht ganz alleine. Er sprach mit seiner Frau darüber. „Sie ist mein erster Ansprechpartner. Sie hat zwar wenig Ahnung von Fußball, aber sie muss glücklich sein“, sagt Ritter. Jetzt, da ein Kind das Familienglück bereichert, wurde nachgedacht, der Heimat näher zu kommen. Ritter kommt aus Essen. Dort leben die Eltern. Die stehen aber noch mitten im Berufsleben und sind daher nicht so flexibel, mal schnell in die Pfalz zu fahren, um das Enkelchen kurzzeitig zu übernehmen oder der jungen Familie unter die Arme zu greifen. „Meine Frau fragte mich, wo ich denn hingehen wolle? Sie spürt schnell, ob es jemandem gut geht oder nicht“, sagt Ritter. Schließlich riet sie ihrem Mann, das zu tun, was er für richtig hält. Denn auch sie sei glücklich hier.
„Es macht wieder Spaß, beim FCK zu spielen“
Ritter entschied sich, beim FCK zu bleiben. Beim Tabellenvierten der Zweiten Fußball-Bundesliga gehört er zu den Führungsspielern. Ritter ist ein Schlitzohr auf dem Platz und bestritt alle Vorrundenpartien. Viermal wurde er ausgewechselt. Sein Status in der Mannschaft und im Verein ist groß. „Das Umfeld ist mittlerweile auch so, dass man wieder Spaß hat hier Fußball zu spielen“, sagt er: „Das war eine gewisse Zeit nicht so.“ Ritter ist außerdem hoch im Kurs bei den Fans. MR 7 wird er genannt - in Anlehnung an CR 7 (Cristiano Ronaldo).
MR 7 ist aber ein ganz normaler Mensch. Er ist jemand, der keine Nebengeräusche mag. Er will nur kicken, am liebsten wie auf dem Bolzplatz. Das aber geht im Profigeschäft nicht und so lernte Ritter in den vergangenen Monaten, was es heißt, auch mal Fußball zu arbeiten. Er blieb im Sommer zu Hause und arbeitete an seiner Fitness. Im Trainingslager in Belek fehlt Ritter jedoch seit dem Testspiel am Donnerstag gegen den ungarischen Erstligisten Mezökövesd-Zsory im Training. Bei der 1:2-Niederlage bekam er einen Schlag gegen den Oberschenkel und musste ausgewechselt werden. Deshalb tritt er nun kürzer – vorsichtshalber. Während die Mannschaft jeden Morgen schon um 7.30 Uhr um den Golfplatz joggt, arbeitet Ritter im Fitnessraum des Hotels. Da herrschte die vergangenen Tage Hochbetrieb. Jonas Weyand, Avdo Spahic, Marlon Ritter, Hikmet Ciftci, am Montag nun auch Ben Zolinski (leicht erkältet) , stemmten Gewichte. Gestern war Ritter immer noch nicht wieder auf dem Platz.
Seit Donnerstag nicht im Mannschaftstraining
Bis zum Rückrundenstart am 28. Januar in Hannover wird der 28-Jährige aber wieder fit sein – und wohl auch im defensiven Mittelfeld beginnen. Bei Trainer Dirk Schuster genießt die erfolgreiche Mannschaft der Hinrunde eine gewissen Vertrauensvorschuss. Einen Freifahrtsschein aber hat niemand – auch Ritter nicht. Zwar ist er kein großer Freund von Trainingslagern („Ich schlafe lieber zu Hause“), aber „um die neuen Spieler kennenzulernen, ist das gut. Wir wachsen noch mehr zusammen als wir es ohnehin schon sind.“
In so einem Trainingslager nutzt jeder Spieler die freie Zeit nach seinen Vorstellungen. Marlon Ritter schaut Netflix – da Filme und Serien. „The Blacklist“ ist seine Lieblingsserie. Und er liebt Harry Potter. „Da habe ich alle Filme gesehen“, sagt Ritter, seit 2020 beim FCK. Die Potter-Filme verzaubern viele Menschen. Und Marlon Ritter verzauberte in den vergangenen Monate die Fans des FCK.
