Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Das Desaster der Rhein-Neckar Löwen

Enttäuscht: Die Löwen Patrick Groetzki und Uwe Gensheimer.
Enttäuscht: Die Löwen Patrick Groetzki und Uwe Gensheimer.

Einfach unverständlich: Zwei Tage nach dem eindrucksvollen Sieg gegen Frisch Auf Göppingen am Sonntag versagten die Rhein-Neckar Löwen in der European League und schieden zu Recht aus.

Das 31:31 im Hinspiel gegen Benfica Lissabon war schon etwas schmeichelhaft, die 31:38 (13:18)-Niederlage am Dienstagabend legte die Schwächen des Bundesligisten schonungslos offen. „In allen Bereichen nicht genug. In den entscheidenden Momenten hatten wir nicht das nötige Nervenkostüm“, lautete die Analyse von Trainer Klaus Gärtner. Regisseur Andy Schmid sah ein „Spiegelbild“ der noch jungen Saison. „Wir haben es nicht verdient weiterzukommen“, meinte er.

Schwache Chancenverwertung

Wie auch immer: So kann man sich international nicht präsentieren, die Chancenwertung war hanebüchen. Wie im Hinspiel wurde Benficas Torhüter Sergey Hernandez zum entscheidenden Faktor. Der Benfica-Keeper kam am Ende auf 15 Paraden, gewann das Torhüterduell gegen Andreas Palicka und Nikolas Katsigiannis klar. In der zweiten Halbzeit folgte eine kurze Aufholjagd, näher wie auf zwei Tore kamen die Löwen nicht heran. Strafzeiten für Ilija Abutovic und Patrick Groetzki taten weh. Benfica, in der Anfangsphase stark gemacht von den Löwen, blieb ruhig, spielte die Partie konzentriert zu Ende.

Das Aus ist auch oder gerade deshalb so bitter, weil Sportchef Oliver Roggisch im RHEINPFALZ-Interview den Titel in der European League als Ziel für diese Spielzeit ausgab. In der vergangenen Saison waren die Löwen Gastgeber des Final Four, holten da den dritten Platz.

Kettemann: Saisonziel verpasst

Was bedeutet das Aus für den Klub? „In erster Linie haben wir damit ein Saisonziel verpasst. Das tut insbesondere zu so einem frühen Zeitpunkt in der Saison sehr weh. Anspruch und Leistung passen bei uns aktuell nicht zusammen“, sagte Geschäftsführerin Jennifer Kettemann gestern auf Anfrage. „Dennoch muss man auch sagen, dass wir uns vor einigen Monaten für einen Umbruch entschieden haben. Die Veränderungen des neuen Weges brauchen ihre Zeit. Unser Spielplan lässt uns keine Zeit, lange zurückzublicken und wir müssen in die Zukunft schauen“, betonte sie.

Die Einnahmen aus der European League waren zwar eingeplant, dennoch meinte die Geschäftsführerin: „Aber zum Glück ist meine Planung meist ziemlich konservativ und eher vorsichtig.“

Die Löwen spielen am Sonntag bei TVB Stuttgart (16 Uhr) und müssen am Dienstag beim Ligarivalen SC DHfK Leipzig antreten. Da droht wieder Ungemach ...

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