Meinung Bundesliga-Zweikampf an der Spitze: Asse und eine Trumpfkarte

Hat eine fast surreale Torquote bei den Bayern. Harry Kane.
Hat eine fast surreale Torquote bei den Bayern. Harry Kane.

Noch nicht mal Halbzeit in der Fußball-Bundesliga. Doch schon ist vor der Winterpause klar, dass allenfalls eine Mannschaft den FC Bayern aufhalten könnte

Die Mannschaft des Jahres ist auch (wieder) die Mannschaft der Stunde: Acht Siege in Serie haben Bayer Leverkusen nach einem Anflug von leichter Herbstdepression in allen drei Wettbewerben vor der Winterpause glänzende Ausgangslagen verschafft. In der Champions League ist das Achtelfinale ohne Umweg ansteuerbar; im DFB-Pokal hat sich Bayer höchstselbst in München des wohl schärfsten Titelkonkurrenten entledigt; und in der Fußball-Bundesliga ist der Meister endgültig der einzig ernstzunehmende Verfolger der Bayern.

Übrigens: Früher hieß der Tabellenführer kurz vor Weihnachten im Volksmund wahlweise Herbst- oder Wintermeister. Kurios, dass er diesmal nicht einmal Halbzeitmeister ist – es sind ja erst 15 Spieltage vorbei.

Extrem flexible Leverkusener

Dass Xabi Alonso ein wahrer Meistertrainer ist, hat er mit der Stabilisierung seines Teams nun vollends nachgewiesen. Bayer wirkt taktisch extrem flexibel und konnte jüngst sogar das Fehlen eines echten Mittelstürmers – auch dank der Klasse eines Asses wie Florian Wirtz – kompensieren. Und prompt ist einer (wie Patrik Schick am Samstag) zurück, klingelt’s richtig im gegnerischen Tor.

Viererpack für Bayer Leverkusen am Samstag: Patrik Schick.
Viererpack für Bayer Leverkusen am Samstag: Patrik Schick.

Es wäre natürlich vermessen, nun zu behaupten, die Bayern dagegen wären nur von einem Mann abhängig – angesichts von Unterschiedsmachern wie Jamal Musiala und, wenigstens manchmal, Michael Olise. Und dass es gegen Leipzig auch ohne ein Tor oder eine Vorlage des wiedergenesenen Harry Kane zu fünf Treffern reichte, dürfte die Bosse eher beruhigen denn verunsichern. Aber klar: Dieser Kane mit seiner fast surrealen Quote für den FC Bayern ist der Trumpf im Titelrennen, der auch den wiedererstarkten Titelverteidiger vom Rhein auf Dauer ausstechen kann.

Kane und die sagenhafte Quote

Kane wird sicher keinen seelischen Schaden daran nehmen, dass er sich nun – Achtung, Ironie – seine eigene Quote etwas versaut hat. Vor dem Match hatte er in 64 Spielen für die Bayern 64 Mal getroffen. Nun, oje, fiel seine Quote also auf unter ein Tor pro Partie. Nun ja, Kane tröstet sich mit etwas, was ihm in England stets verwehrt blieb – einer Winterpause. Sie wird ihm sicher nicht schaden.

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