Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Bayern München: Nach Sieg gegen Freiburg erstes Ziel erreicht

Harter Kampf: Der FC Bayern München (hier Robert Lewandowski) hatte reichlich zu tun, um den Widerstand des SC Freiburg (Manuel
Harter Kampf: Der FC Bayern München (hier Robert Lewandowski) hatte reichlich zu tun, um den Widerstand des SC Freiburg (Manuel Gulde) zu brechen.

Bayern München hat die Verhältnisse an der Tabellenspitze in seinem Sinne geradegerückt. Allerdings machte der Gegner aus dem Breisgau trotz der 1:2-Niederlage vieles richtig und besser als die meisten Gastmannschaften.

Auf einmal ist man Held, Held in einem Fußball-Spiel. Manchmal genügt dazu ein sensationeller Reflex, eine grandiose Parade. Manuel Neuer hat das schon oft in seiner Karriere erlebt, weil er einfach Weltklasse sei, „wie eine Maschine“, sagt der Teamkollege vom FC Bayern, Leon Goretzka. Auch am Samstag war der Kapitän wieder ein kleiner Held, zumindest ein kleiner; wegen einer Rettungstat ein paar Minuten vor Ende der Partie gegen den SC Freiburg. Er wehrte einen aus kurzer Distanz von Lucas Höler auf sein Tor beförderten Ball reaktionsschnell ab. Dass er kurz darauf doch einen Treffer kassierte, passte zwar nicht ganz in die Heldengeschichte, aber es blieb ja bei dem einen Gegentor.

Das Spitzenspiel der Bundesliga am Samstag auf den Welttorhüter und die Szene in der 85. Minute zu reduzieren, würde aber der Qualität der Partie, der Leistung beider Mannschaften beim 2:1-Sieg der Münchner nicht gerecht werden. Allein das knappe Ergebnis und die Ereignisse in der Schlussphase zeigen, dass sich die Bayern eines Gegners richtig erwehren mussten; anders als bei der Pokalklatsche in Mönchengladbach, als sie sich mehr oder weniger kampflos ergeben hatten, anders als bei der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt Anfang Oktober, als die Partie fast nur in eine Richtung gelaufen war, in die des Kastens der Gäste aus Hessen, die Bayern aber das Toreschießen vergessen hatten.

Zahlen können trügen

Die Daten des Spiels lesen sich wie fast alle, an denen der Rekordmeister beteiligt ist: mehr als doppelt so viele Torschüsse, fast zwei Drittel Ballbesitz, bessere Passquote, weniger Fehlpässe. Und nach 75 Minuten stand es standesgemäß 2:0 durch die Tore von Goretzka und Robert Lewandowski.

Aber die Zahlen trügen ein wenig, nicht nur wegen der spannenden Nachspielzeit, in der Janik Haberer der Anschlusstreffer gelang. Während in München sogar der Dauerrivale der vergangenen Jahre, Borussia Dortmund, zuletzt oft genug demütig, gelegentlich gar ängstlich auftrat, die meisten Mannschaften spätestens nach dem zweiten Gegentreffer alle guten Vorsätze über den Haufen werfen und nur versuchen, weiteren Schaden zu verhindern, was dann meistens grandios schiefgeht, spielte Freiburg einfach mit. Phasenweise jedenfalls.

„Wir wurden ernst genommen“

„Wir waren mutig“, stellte Trainer Christian Streich fest. Deshalb seien die Breisgauer „nicht so selten in richtig gefährliche Räume gekommen für ein Spiel gegen die Bayern“, die seiner Meinung nach „Vollgas“ gegeben „und uns ernst genommen“ haben. Vor dem Spiel, währenddessen und hinterher.

Die Freiburger, gab Sportvorstand Hasan Salihamidzic zu, „haben uns das Leben schwergemacht“, weil sie, wie Julian Nagelsmann fand, „noch einen Tick aggressiver verteidigten“ als andere Mannschaften. Der Bayern-Trainer bezeichnete den Tabellendritten aus dem Breisgau, dessen Coach Streich die Mannschaft immer kleiner redete, als sie eigentlich im Moment ist, als „direkten Konkurrenten“.

Ein wenig Distanz

Es mag leichterfallen, die Qualität des Gegners herauszustreichen, wenn am Ende alles gut gegangen und dank der Niederlage von Dortmund am Abend gegen Leipzig sogar das von Neuer formulierte Ziel erst einmal geschafft ist, sich „so schnell wie möglich absetzen“ zu wollen an der Tabellenspitze. Mit vier Punkten Vorsprung vor Dortmund verabschiedet sich der FC Bayern in die Länderspielpause.

Neuer hat sich am Ende noch bemüßigt gefühlt, die Kleinen aus dem Breisgau nicht zu groß erscheinen zu lassen. „Man hat schon gesehen“, sagte der Bayern-Kapitän, „wer die bessere Mannschaft ist.“ Und damit hat er garantiert nicht Freiburg gemeint.

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