Surfen RHEINPFALZ Plus Artikel Auf der schäumenden Erfolgswelle

Celine Dornick mal ganz privat und leger ...
Celine Dornick mal ganz privat und leger ...

Reiten war noch bis vor drei Jahren die große Leidenschaft von Celine Dornick aus Waldsee. Dann bestieg die Schülerin eher zufällig das erste Mal ein Surfbrett. Das war nicht im Meer irgendwo am Mittelmeer oder an der Nordsee. Seitdem interpretiert der Teenager das „Reiten“ also völlig anders – und höchst erfolgreich.

In einer großen Arena bei Taufkirchen in der Nähe von München machte die 14-jährige Schülerin das erste Mal Bekanntschaft mit dem Indoor-Surfen auf einer stehenden Welle. Für die sportbegeisterte Celine war es Liebe auf den ersten Blick. Der Beginn einer Karriere, der vor kurzem mit dem Titel der besten deutschen Juniorin im Rapid Surfing bei den deutschen Meisterschaften in Berlin gekrönt wurde.

„Ich kann es immer noch nicht glauben, wie sich mein Leben verändert hat. Heute verbringe ich soviel Zeit wie möglich auf der Welle. Das ist mein Leben. Daran habe ich Spaß“, schwärmt die junge Pfälzerin.

Ein Treffen mit einer Legende

Sehr gerne erinnert sich die Achtklässlerin des Schifferstadter Paul-von-Denis Gymnasiums an ihren Auftritt vor zwei Jahren bei der größten Boots- und Wassersportmesse, der „boot Düsseldorf“. Als Newcomerin der Wave-Masters begeisterte Celine Dornick die Zuschauer und insbesondere die Surferlegende Robby Naish (57). „Ich durfte Robby persönlich kennenlernen. Er hat sogar ein gemeinsames Foto auf seinen Instagram und Facebook Account gestellt. Auf das Bild haben mich viele angesprochen“, berichtet Celine stolz.

Angespornt durch solche emotionalen Erlebnisse trainiert der Teenager für seinen persönlichen Traum noch intensiver. Am liebsten würde sie nach dem Abitur eine Profikarriere starten. Dafür fährt sie regelmäßig zum Surfen nach München oder sogar bis nach Berlin ins Wellenwerk. Ihr größer Fan und „Sponsor“ ist Vater Jochen, der die Tochter mit Mutter Zita und gelegentlich Bruder Kevin stets zu den Trainings- und Wettkampfstätten begleitet.

Das Meererlebnis fiel ins Wasser

In den Sommerferien wollte Celine Dornick das erste Mal den Surfspaß im Meer erleben. Darauf hatte sich der Teenager besonders gefreut. Einfach auch mal sehen, wie man dabei auf dem Brett steht. Aufgrund der Corona-Pandemie fiel dieses Vorhaben, ebenso wie der Start zum Finale der „Citywave Pro World Tour“ in Tokio im wahrsten Wortsinne ins Wasser.

Den letzten internationalen Wettkampf in diesem Jahr, bereits unter Regie der nötigen Hygienekonzepte, bestritt Deutschlands beste Juniorin bei den Zürich Masters Mitte August. Als Viertplatzierte bei den Damen ließ die jüngste Teilnehmerin prompt aufhorchen. Sechs Monate zuvor gewann die Schülerin die Juniorenkonkurrenz der Citywave Pro World Tour im französischen Saint Gille Croix de Vie.

In der Szene genießt die Pfälzerin mittlerweile einen sehr guten Ruf. Sponsoren interessieren sich schon für sie. Und auf Instagram gibt es eine Fangemeinde.

Gerne wäre Celine Dornick bei weiteren internationalen Contests in diesem Jahr noch gestartet. „Die internationalen Wettbewerbe machen den besonderen Reiz aus. Dort trifft man positiv Surfverrückte aus der ganzen Welt. Das fehlt mir“, gesteht sie. Bis die Pro World Tour wieder ihren normalen Lauf nimmt, wird Celine Dornick zwischen Waldsee, München und Berlin zum Training hin und her pendeln. Und dabei mit gewohnter Leidenschaft ihre Moves und neuesten Tricks auf der schäumenden Welle ausprobieren.

Das Stichwort: Stehende Welle

Das was man früher als River Surfing oder Flusssurfen bezeichnet hat, wird heute unter dem Begriff Rapid Surfing zusammengefasst. Dies bezeichnet dabei nicht nur das Surfen auf einer natürlichen Flusswelle, sondern auch auf einer künstlich erzeugten stehenden Welle in einer Halle oder auch auf Outdooranlagen wie Citywaves.

Rapid bezeichnet neben der Stromschnelle auch die Schlagzahl, die Abfolge von Highlights/Tricks und die Action. In Deutschland gibt es sowohl natürliche stehende Wellen als auch künstliche. Die natürlichen Wellen sind in der Regel nahe der Gebirge, weil eine gewisse Fließgeschwindigkeit benötigt wird. Allein in München gibt es mindestens drei Spots, so den Eisbach im Englischen Garten, die regelmäßig funktionieren. Künstliche Wellen gibt’s auch im Flachland, etwa in Berlin oder Langenfeld.

Surfen auf stehenden Wellen verhält sich zum Surfen im Meer etwa wie das Laufen auf dem Laufband zum Joggen im Wald. Der Hauptunterschied ist also, dass (künstliche) stehende Wellen immer brechen – und das immer gleich.

... und in Aktion im Indoor-Becken auf der sogenannten stehenden Welle.
... und in Aktion im Indoor-Becken auf der sogenannten stehenden Welle.
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