FCK RHEINPFALZ Plus Artikel Antwerpen sauer: „Man muss sich im Fußball einfach mehr wehren“

Kein vergnüglicher Nachmittag für den FCK im Emsland: Trainer Marco Antwerpen (r.) und René Klingenburg.
Kein vergnüglicher Nachmittag für den FCK im Emsland: Trainer Marco Antwerpen (r.) und René Klingenburg.

Marco Antwerpen ist nach der 0:1-Niederlage des Drittligisten 1. FC Kaiserslautern beim SV Meppen in Rage. Vor allem die letzte halbe Stunde stimmt den FCK-Trainer missmutig. Zwei Spiele, ein Punkt, kein Tor. Die Vorfreude am „Betze“ auf den DFB-Pokalschlager am 9. August gegen Borussia Mönchengladbach ist getrübt.

Frust pur. Auch eine Spur von Zornesröte war im Gesicht von Marco Antwerpen zu erkennen, als der souveräne Schiedsrichter Patrick Schwengers die erwartet kampfbetonte Fußball-Drittliga-Partie im Emsland abpfiff und der 1. FC Kaiserslautern endgültig die Waffen strecken musste. Der FCK-Trainer ließ seine Spieler hinterher im üblichen Kreis nach dem Match deutlich wissen, dass ihm vor allem die letzten 30 Minuten ganz und gar nicht gefallen haben. In der bekannt emotionalen Fußball-hautnah-Atmosphäre in der engen, im positiven Sinne noch recht ursprünglichen Hänsch-Arena des SV Meppen unterlagen die Lauterer am Samstagnachmittag verdient mit 0:1 (0:1). Dritte Liga pur.

Emotionen und Hektik gerne mitgenommen

Genau das wollen die Fans im Emsland. Sie waren froh, dass sie endlich wieder dabei sein durften und die Geisterspiele zumindest vorerst ein Ende haben. Allerdings: Maske und Abstand – meist Fehlanzeige in und um die Arena, vor allem während der Partie und beim Bierchen danach. „Nie mehr vierte Liga“, sangen die SVM-Anhänger. Meppen hat sich nach dem Ende der Vorsaison schon in eben jener Regionalliga befunden, war sportlich abgestiegen, blieb aber wegen der wirtschaftlichen Disqualifikation des KFC Uerdingen dann doch Drittligist. Und als ob die Blau-Weißen jene Freude darüber in jeder Sekunde zeigen wollten, gingen sie gegen den ambitionierten FCK von Anfang bis Ende überaus beherzt zu Werke. Die Emotionen und die Hektik, die zuweilen auch von den nah am Spielfeld stehenden Tribünen auf den Rasen übersprangen, nahmen sie gerne mit. „Es gab hüben wie drüben Nickeligkeiten, auch das gehört zur Dritten Liga dazu“, sagte SVM-Trainer Rico Schmitt später. Schmitt wurde in der zweiten Hälfte, nah an der Seitenauslinie stehend, von seinem eigenen Spieler, dem Ex-Lauterer Christoph Hemlein, im Eifer des Gefechts umgerannt. Schmitt rollte sich kurz ab, stand auf – und tätschelte Hemlein. Die sicher für beide schmerzhafte Aktion ließ sich für Schmitt mit der 1:0-Führung im Rücken auch deutlich entspannter nehmen. Für das Tor hatte Max Dombrowka in der Nachspielzeit der ersten Hälfte gesorgt (45.+2). Der Meppener Linksverteidiger durfte völlig frei einköpfen. Auch Dominik Schad, der rechts in der Viererkette des FCK sonst ein ordentliches Spiel machte, einige Akzente nach vorne setzte, war in dieser Szene viel zu weit weg vom Torschützen.

„Konsequenter und zielstrebiger werden“

„Du musst in der ersten Halbzeit klar in Führung gehen, da haben wir einfach zu viel liegen lassen. Dann darfst du natürlich so ein Tor nicht kassieren, dann geht es mit 0:0 erst mal in die Kabine“, sagte FCK-Trainer Antwerpen. Chancen indes gab es vor der Pause auf beiden Seiten. Der in der ersten Hälfte strukturierter spielende FCK hatte zunächst die klareren – vor allem Daniel Hansliks Lattenkopfball (23.) und die Riesengelegenheit, die Mike Wunderlich hektisch versemmelte (37.). Die erste Topchance für die sehr engagiert, wild spielenden Meppener hatte der agile Morgan Faßbender nach Steilpass des starken Kapitäns Luka Tankulic (14.). „Wir müssen es schaffen, konsequenter und zielstrebiger zu werden“, sagte FCK-Stürmer Daniel Hanslik.

Das Tor so kurz vor der Pause passte Meppen perfekt ins Konzept. So stellte Trainer Antwerpen später verärgert fest: „Wir spielen Chancen raus, nutzen sie aber nicht. Dann wird es halt das typische Spiel von Meppen. Sie führen 1:0, du läufst hinterher, sie fahren Konter und stehen hinten massiv. Wir haben keine Lösungen mehr gefunden.“ So hatten Lars Bünning (66., Lattenkopfball) und vor allem mehrmals René Guder das 2:0 auf dem Fuß, aber Torwart Matheo Raab und am Ende Defensivmann Felix Götze retteten.

Antwerpen war auch sauer auf seine Einwechselspieler wie Kenny Prince Redondo und Elias Huth, die nicht funktionierten. „Wenn ich Ansprüche habe, muss ich die auch auf dem Platz zeigen. Man muss sich im Fußball einfach mehr wehren.“ Dass das speziell in Meppen gilt, weiß man beim FCK. Eigentlich. Da ist nicht nur das 1:6 am 14. September 2019. Auch am 24. Oktober 2020 kämpfte der SVM die Lauterer mit viel Leidenschaft nieder, siegte 3:2.

„Eine bittere Niederlage. Die tut weh.“

Antwerpen legte nach mit der Kritik an seinem Team: „Wenn man 0:1 hinten liegt, muss man immer noch die Dinge umsetzen, die wir im Vorfeld besprochen haben.“ Zwei Drittliga-Spieltage, ein Punkt, kein Tor. „Eine bittere Niederlage. Die tut weh“, betonte Mittelfeldspieler Wunderlich, „jetzt müssen wir uns aufrappeln, auch wenn wir uns das alle anders vorgestellt haben.“ Die Vorfreude am „Betze“ auf den DFB-Pokalschlager am 9. August gegen Borussia Mönchengladbach ist getrübt.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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