Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Alonso in Leverkusen: Der Hochgelobte kennt keinen Abstiegskampf

Xabi Alonso ist dankbar für die „Plattform“, die Bayer ihm bietet.
Xabi Alonso ist dankbar für die »Plattform«, die Bayer ihm bietet.

Xabi Alonso kommt mit vielen Vorschusslorbeeren zu Bayer Leverkusen – aber ohne großartige Erfahrung als Trainer. Macht nichts, sagen alle Beteiligen.

Bei einem Ausdruck kam Xabi Alonso, der gekonnt zwischen Deutsch und Englisch hin und her wechselte, dann doch ins Grübeln. Das Wort „Abstiegskampf“, mit dem er da konfrontiert wurde, spielte in seiner Karriere bei Liverpool, Real Madrid und Bayern München nie eine Rolle. Als er den Hinweis auf die aktuelle sportliche Misere beim Bundesliga-Vorletzten Bayer Leverkusen, dessen Trainer er nun ist, verstanden hatte, hellte sich seine Miene wieder auf. „Darauf schaue ich nicht. Ich schaue nur auf die Partie gegen Schalke und das Spiel am nächsten Mittwoch gegen Porto“, sagte der 40-Jährige.

Trotz des Glamours, der mit der Verpflichtung von Alonso nun regelmäßig durch die BayArena weht, begleitet dessen Rückkehr nach Deutschland auch Skepsis. Als Spieler bei den Bayern gewann der Baske zwar drei deutsche Meistertitel und einmal den DFB-Pokal, mit Liverpool und Real Madrid siegte er in der Champions League. Als Trainer aber hat er keinerlei Erstligaerfahrung.

Angebot aus Gladbach abgelehnt

Natürlich habe er sich auch Gedanken über den unerwartet schlechten Saisonstart der Leverkusener gemacht, sagte Alonso. „Aber wenn du zu ängstlich bist, Risiken einzugehen, wirst du nichts erreichen.“ Er sei dankbar für die „Plattform“, die Bayer ihm biete und kündigte mit Verweis auf seine eigenen Lehrmeister wie Pep Guardiola, Carlo Ancelotti oder José Mourinho an: „Spieler müssen dir folgen. Du musst ihnen helfen, du musst sie füttern.“

Ein Jahr nach seinem Karriereende stieg Alonso im Sommer 2018 bei der U14 von Real als Trainer ein. Es folgten drei Spielzeiten bei der zweiten Mannschaft seines Heimatklubs Real Sociedad San Sebastian. Eine Anfrage aus Gladbach im Frühjahr 2021 lehnte Alonso ab. Weil er als Trainer erst noch reifen wollte.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Eineinhalb Jahre später ist er bereit dafür. Und von einem Risiko, zum Einstieg als Erstligacoach einen zwar ambitionierten, aktuell aber eben sportlich abgestürzten Klub zu übernehmen, will auch Geschäftsführer Simon Rolfes nichts wissen. Der dominante, dynamische Fußball, den Bayers „Premiumlösung“ bei der Reserve von Real Sociedad spielen ließ, überzeugte ihn. „Das passt hervorragend zu unserer Philosophie und Spielweise“, sagte Rolfes. „Viele trauen ihm auch als Trainer eine große Karriere zu. Erfahrung ist nicht wichtiger als die Qualität.“ Der hochgelobte Alonso selbst würdigte den Mut, den viele Manager dort mit der Verpflichtung junger Trainer bewiesen – solchen wie ihm.

x