Fußball
1. FC Saarbrücken: Nach Pleite gegen Dresden Direktaufstieg schon abgehakt
Früh bricht sich ein Fiasko Bahn: 121 Sekunden lang rollt der Ball, ehe er erstmals im FCS-Netz einschlägt. Die Heimabwehr hilft den Gästen weiterhin nach Kräften mit, vollendet zum 0:2 in Minute elf kurzerhand selbst. Zum Haareraufen: Der 1. FC Saarbrücken schlittert in einem turbulenten Drittliga-Spitzenspiel gegen Dynamo Dresden in eine Pleite. Nach dem 1:4 (1:2) hakt nun auch der Coach den direkten Aufstieg vorzeitig ab.
„Für uns gilt: Fokus dritter Platz“, räumte Trainer und Manager Rüdiger Ziehl unumwunden die Korrektur der Zielsetzung ein. „Versucht, probiert, bemüht, falsche Mittel gewählt, zu viele Fehler gemacht“: Ziehl fand treffende Beschreibungen zur Genüge, warum seine Auswahl im Duell mit dem Titelfavoriten letztlich eine „verdiente Niederlage“ quittiert hat. Nun darf auch ein Aufstiegsaspirant mal gegen Dresden patzen. Aber so? Ohnehin: Mutmaßlich aufs Neue verschludert haben die Saarländer den so ersehnten Aufstieg bereits in den vergangenen sieben Wochen.
Kümmerliche sechs Punkte aus sieben Partien
Am 8. März strahlte überm Ludwigspark noch die Sonne. Mit dem 2:1-Sieg gegen Cottbus war der FCS auf Rang zwei vorgerückt, saß Tabellenführer Dynamo im Nacken. Der Titel schien drin, Platz drei schon sicher. Der Vierte, Arminia Bielefeld, lag sieben Zähler zurück auf Rang vier. Doch seither hat der Pokalschreck von der Alm eben sechsmal gesiegt, inklusive eines Remis satte 19 Zähler eingesackt. Die Saar-Equipe hingegen hat kümmerliche sechs Pünktchen geholt.
Dass sich diese miese Serie ausgerechnet nach den Ostersonntags-Nackenschlägen abhaken, beenden und ins Positive wenden lässt, darf bezweifelt werden. Zumal einige bei den Blau-Schwarzen das Fracksausen gepackt hat. Die Defensive war Prunkstück – am Sonntag überboten sich Sven Sonnenberg und Bjarne Thoelke mit haarsträubenden Fehlleistungen. Thoelke in Topform zählt zu den besten Innenverteidigern der Liga. Zu Ostern wäre er gern im Gras versunken: Beim Versuch, den Ball nach vorn zu dreschen, fabrizierte er einen kuriosen Querschläger und hob die Kugel in hohem Bogen über seinen Keeper Phillip Menzel hinweg ins eigene Tor.
Das war in der elften Minute – und es war schon das 0:2. Minute drei war eben angebrochen, als Christoph Daferner eine Verlegenheitsvorlage Jakob Lemmers veredelte. Lemmer hob den Ball nach vorn in den Strafraum, Daferner nahm ihn volley, Sonnenberg schaute staunend zu.
Gute Phase währt beim FCS nur 25 Minuten
Besagter Sonnenberg gelang zehn Minuten später der Anschlusstreffer – und plötzlich war der FCS im Spiel. Bis zur Pause war das gut anzuschauen, was die Malstatter ihren Anhängern unter 15.303 Zaungästen zeigten. Mit Wiederanpfiff aber beendete der FCS seine 25-minütige starke Phase abrupt. Dynamo-Kapitän Niklas Hauptmann nagelte nach ungestörtem Anlauf den Ball aus der Distanz in den Winkel – Traumtor, 1:3, das war’s fast schon (56.).
Dass Calogero Rizzuto per halben Eigentor Dominik Kother einen Treffer streitig machte (67.), sei’s drum. Vier Spiele sind’s noch. Cottbus hat zwei Punkte mehr – da geht vielleicht noch was. Bielefeld (sechs Zähler mehr, weit besseres Torverhältnis) ist wohl weg, Dynamo (sieben Zähler vorm FCS) sowieso.