Handball
Eulen krallen sich zwei wichtige Punkte
Das Prinzip Hoffnung im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga mit zwei Punkten belebt haben die Eulen Ludwigshafen nach großem Kampf beim großen Krampf: 21:19 (9:9) gewannen die Eulen den Samstags-Krimi im Bundesliga-Keller beim Schlusslicht HSG Nordhorn-Ludwigshafen. Am Donnerstag (19 Uhr) kommen die Füchse Berlin in die Friedrich-Ebert-Halle. Es gibt noch 100 Tickets.
Škof Vater des Sieges
„Wir haben jetzt zwölf Punkte. Wir haben wieder Anschluss. Wir können den Klassenverbleib schaffen“, sagt Gorazd Škof, der vor der Pause neun Paraden hatte, zwei Siebenmeter abwehrte, und in der Schlussphase zum Magier zwischen den Pfosten avancierte. Mit sieben Paraden zwischen der 45. und 60. Minute entschied Škof den Klassenkampf. Grandios wie er in der 53. Minute beim Stand von 16:16 einen Tempogegenstoß Robert Webers vereitelte, 25 Sekunden vor Schluss hielt er die 20:19-Führung fest, ehe Kai Dippe, der große Kämpfer, den Schlusspunkt setzte. „Zum Schluss hatten wir auch ein bisschen Glück“, gestand Dippe, der aus fünf Chancen vier Tore machte, in der Abwehr erneut die hoch emotionale Führungsfigur neben Ruhepol Gunnar Dietrich und dem Riesen Azat Valiullin gab. Dippe: „Ein super Gefühl, dass wir die Punkte haben. Wir sind im Angriff nicht gut reingekommen, waren aber mit einem überragenden Škof stark in der Abwehr.“
Zu viele technische Fehler
Die Eulen führten nach neun Minuten 3:0, aber sie ließen im Angriff bekannte Schwächen erkennen. Elf technische Fehler brachten den Gegner immer wieder in Ballbesitz. Kurz vor der Pause sorgte Dominik Kalafut mit dem 9:8 für die erste und letzte Führung des Tabellenletzten. Aber Valiullin sorgte für den Gleichstand zur Pause. Ganz wichtig wurde der 2,07-Meter-Mann, ein Trumpf der Abwehr, in der hektischen Schlussphase: Er traf zum 18:16 (56.) und 99 Sekunden vor Schluss zum 20:19.
„Wir hatten siebenmal Überzahl und haben fast nichts daraus machen können“, gestand Geir Sveinsson, der Coach der HSG, die bezeichnenderweise nur zwei Zeitstrafen quittierte. Eulen-Torjäger Jerome Müller sah in der 44. Minute Rot, wurde fortan vom jungen Jannek Klein ersetzt, der ein Tor warf, einen Siebenmeter erarbeitete, aber auch die Kritik des Trainers für drei „vogelwilde Aktionen“ erntete. „Die Bedeutung für das Spiel hätte nicht höher sein können. Es war wahnsinnig fehlerbehaftet“, sagte Ben Matschke: „Die Zeitstrafen haben uns immer wieder aus dem Rhythmus gebracht.“
Gruß an Pechvogel Jannik Hofmann
Am Ende feierten die Eulen, Matschke ging in den Fan-Block., dankte der stimmungsvollen Sonderbus-Besatzung. Und die Mannschaft posierte für ein Foto mit dem Trikot der Nummer 22: Genesungswünsche für Linksaußen Jannik Hofmann, der im Test gegen Erlangen schwer verletzt wurde.
So spielten sie
HSG Nordhorn-Lingen:
Buhrmester (Ravensburger bei zwei Siebenmetern) - Vorlicek (3), Pöhle (4/2), Heiny (1) - Weber (4/1), Mickal (1) - De Boer - Miedema (1), Kalafut (1), Leenders (2), Possehl, Terwolbeck, Seidel (2)
Die Eulen Ludwigshafen:
Škof - Müller (2), Mappes (2), Dietrich - Falk (2), Scholz (1) - Dippe (4) – Haider, Valiullin (4), Bührer (1), Neuhaus (3/2), Stüber, Remmlinger, Durak (1/1), Klein (1)
Spielfilm: 0:3 (9.), 3:5 (12.), 5:5 (15.), 5:8 (21.), 9:8 (29.), 9:9 (Halbzeit), 11:14 (37.), 14:14 (42.), 16:16 (50.), 16:18 (56.), 18:18 (57.), 19:19 (59.), 19:21 (Ende) - Siebenmeter: 4/3 - 4/3 - Zeitstrafen: 2/7 - Rote Karte: Müller (44.) - Beste Spieler: Pöhle, Buhrmester - Škof, Dippe, Valiullin - Zuschauer: 2325 - Schiedsrichter: Immel/Klein (Erkelenz/Mettmann).