Handball Das schmerzhafte Spiegelbild
«Ludwigshafen.» In der Halbzeit mit drei Toren vorne, bis zur 50. Minute absolut auf Augenhöhe – und am Ende doch wieder verloren. Das 22:28 (14:11) vor einer Woche beim SC DHfK Leipzig – für die Eulen Ludwigshafen ein Spiegelbild der Saison. Heute (19 Uhr) trifft das Bundesliga-Schlusslicht in der Eberthalle auf MT Melsungen. „Das ist ein Top-5-Klub der Bundesliga“, macht Eulen-Trainer Ben Matschke die Wertstellung deutlich. MT kauft für die neue Saison groß ein.
„In Leipzig waren wir bis zur 50. Minute im Spiel – 20:20. Dann war der Stress auf die Spieler sehr groß – zu groß“, analysiert Matschke beim Blick zurück. Das Publikum kam – und der Arm der Referees ging immer schneller hoch: Zeitspiel drohte, der Abschluss wurde immer wieder panisch gesucht, die Zahl der Fehlwürfe stieg, die technischen Fehler häuften sich. „In der ersten Halbzeit hatten wir zwei technische Fehler, in der zweiten acht …“, stellt Matschke fest. Er sagt es nicht, weil er keine Ausreden bemühen mag. Aber seit die Eulen Bundesliga spielen, zieht es sich wie ein roter Faden durch: Eine Lobby haben sie bei den Schiris nicht. In Leipzig hatten die Eulen fünf Zeitstrafen, die Gastgeber eine. In der Summe macht sich das durchaus in Toren und in Resultaten bemerkbar. Heute Abend ist das Gespann Immel & Klein (Erkelenz/Mettmann) in der Ebert-Halle im Einsatz. „Ich bin froh, dass wir nach dem Göppingen-Spiel so eine erste Halbzeit gespielt haben“, sagt Matschke, der ganz viele Dinge aufgehen sah, die im Training erarbeitet wurden. Das alte Lied: wieder keine Punkte! Klar ist, das weiß Matschke: „Wir müssen die technischen Fehler abstellen.“ Rückraum-Riese Stefan Salger begegnet heute seiner Zukunft: Nach einem Jahr bei den Eulen wechselt der 2,07 Meter große Salger zu MT. Spielmacher Alexander Feld, künftig für Wetzlar in der Bundesliga am Ball, fehlt nach seinem Achillessehnenriss auch heute noch. „Es ist noch zu früh“, sagt Matschke, der wieder auf Rechtsaußen Pascal Durak und Linksaußen Jannik Hofmann setzen kann. Durak, den Kai Dippe als Siebenmeterschütze gut vertreten hat, wird am Freitag zur „Autogrammstunde“ von Eulen-Geschäftsführerin Lisa Heßler erwartet. Der neue Vertrag des 26-Jährigen wartet auf die fest vereinbarte Unterschrift. Bleiben will, bleiben soll auch der beim Spiel in Leipzig so starke Jonathan Scholz (27). Nach Abschluss seiner Masterarbeit wird der angehende Maschinenbauingenieur eine Anstellung bei der BASF finden. Er will Sport und Beruf verbinden – die Chance der Eulen Scholz ligaunabhängig zu binden, sagt Lisa Heßler. Sie sieht sich bei der Torwartsuche in der „Konkretisierungsphase“. Die breit angelegte Suche gehe jetzt in die finale Phase. Eine Schlüsselrolle ...