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Sonntag, 21. Januar 2018 Drucken

FCK

FCK: Kompromiss zur Stadionmiete liegt auf dem Tisch

Treffen der Fraktions- und Parteivorsitzenden gestern Abend im BIC, mit den Landtagsabgeordneten Martin Haller (SPD), Christoph Gensch (CDU), Thomas Wansch (SPD) und Andreas Rahm (SPD). (Foto: View)

In der Diskussion um die Stadionmiete für den 1. FC Kaiserslautern liegt ein Kompromissvorschlag auf dem Tisch. Am 26. Februar soll darüber der Stadtrat in einer Sondersitzung entscheiden.

Oberbürgermeister Klaus Weichel unterrichtete am Dienstagabend bei einem Treffen die Fraktions- und Parteivorsitzenden über ein Ergebnis, das er mit dem Präsidenten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Thomas Linnertz, und der für die Kommunalaufsicht zuständigen Vizepräsidentin Begoña Hermann am Montag in Trier ausgehandelt hat.

 

Die Stadt darf demnach der Fritz-Walter-Stadion-Gesellschaft künftig jährlich den durch eine reduzierte Pachtzahlung verursachten Fehlbetrag zuführen, ohne dass dies andere freiwillige Leistungen der Stadt mindere.

Neuer Pachtvertrag

 

Im Gegenzug erfolge die bereits in der Vergangenheit wiederholt von der Aufsichtsbehörde geforderte Anhebung der Hebesätze. Rückwirkend zum 1. Januar 2018 soll demnach der Hebesatz der Grundsteuer B von 460 auf 525 Prozent erhöht werden.

 

Mit dem 1. FCK werde ein neuer, an die aktuellen sportlichen Verhältnisse und die Kreditlaufzeit angepasster Pachtvertrag vereinbart, mit dem der Fußballclub unter anderem zur Rückzahlung der städtischen Mittel über Besserungsscheine verpflichtet werden soll.

"Bittere Pille"

 

Weichel erklärte gegenüber der RHEINPFALZ, die Erhöhung der Grundsteuer sei eine bittere Pille, aufgrund der vertraglichen und finanziellen Situation aber derzeit leider alternativlos. „Unserem Ansinnen, der Stadiongesellschaft unter die Arme zu greifen, ohne dass diese Hilfe in die freiwilligen Leistungen durchschlägt, ist die Aufsichtsbehörde nachgekommen“, betonte der Rathauschef.

 

Als sogenannte freiwillige Leistung hätte die jährliche Kapitalzuführung an die Stadiongesellschaft mit sämtlichen von der Stadt unterstützten Kultur-, Jugend- oder Sporteinrichtungen um einen gedeckelten Finanztopf konkurriert. „Für die Gegenfinanzierung der Stadionmiete hätten wir Bäder oder städtische Kultureinrichtungen schließen müssen. Eine solche Entwicklung galt es, mit allen Mitteln zu verhindern. Angesichts unserer ohnehin extrem angespannten Haushaltslage können wir die Kapitalzuführung aber ohne eine Steuererhöhung nicht stemmen“, erklärte Weichel.

Hohe Auflagen

 

Der 1. FCK hat für die Saison 2018/2019 den Antrag gestellt, in der Zweiten Liga nur 2,4 Millionen Euro zu bezahlen, statt der vereinbarten Mindestpacht von 3,2 Millionen Euro. Im Fall eines Abstiegs in die Dritte Liga will der Verein nur noch 425.000 Euro bezahlen.

 

Der Kompromissvorschlag sieht hohe Auflagen für den 1. FC Kaiserslautern vor. Mit dem neuen Pachtvertrag solle der 1. FCK unter anderem durch sogenannte Besserungsscheine verpflichtet werden, die Kapitalzuführungen schnellstmöglich zurückzuzahlen, im Falle einer erneuten Bundesligazugehörigkeit spätestens im zweiten Jahr.

Stadt will Beobachter entsenden

 

In der Ersten Liga solle zudem die Stadionmiete pro Jahr von zunächst 3,6 Millionen Euro auf mindestens 4,5 Millionen Euro im dritten Jahr ansteigen. Für die Zweite Liga solle der neue Vertrag weiterhin eine Miete von 2,4 Millionen Euro vorsehen, für die Dritte Liga von mindestens 425.000 Euro. Es solle dem 1. FCK nicht mehr möglich sein, anstehende Zahlungen durch anzurechnende Investitionen ins Stadion auszugleichen, wie dies in der Vergangenheit öfter der Fall gewesen sei.

 

Zur besseren Kommunikation mit dem 1. FCK hat nach den Worten des Oberbürgermeisters die ADD empfohlen, einen Vertreter der Stadt als ständigen Beobachter in den FCK-Aufsichtsrat zu entsenden.

 

Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Oliver Guckenbiehl, der die partei- und fraktionsübergreifende Gesprächsrunde initiiert hat, sprach gegenüber der RHEINPFALZ von einer sachlich-fundierten Diskussion. Er begrüßte den Kompromissvorschlag.

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