Beziehungskiste RHEINPFALZ Plus Artikel Zwischen Liebe und Grenzen: Wenn Oma und Opa sich in die Erziehung einmischen wollen.

Die Erziehung des eigenen Kindes sollte nach Ihren regeln stattfinden.
Die Erziehung des eigenen Kindes sollte nach Ihren regeln stattfinden.

Die Bindung zu den Großeltern ist für die Enkelkinder wichtig. Aber sie sollte nicht die etablierten Regeln der Eltern untergraben.

„Meine Eltern möchten ihre Enkel am liebsten jeden Tag betreuen. Ich habe aber das Gefühl, dass sie dabei oft meine Erziehungsprinzipien missachten. Was soll ich tun?“

Lieber Ratsuchender! Es ist großartig, dass Ihre Kinder so engagierte Großeltern haben, die sich gerne mit ihnen beschäftigen. Das ist ein großer Pluspunkt, den viele Familien nicht haben. Wenn es für alle Beteiligten passt, kann dies für die ganze Familie ein Gewinn sein und Sie als Elternteil entlasten. Da Sie jedoch das Gefühl haben, dass Ihre Eltern Ihre Erziehungsprinzipien nicht immer respektieren, sollten Sie Grenzen setzen. Fragen Sie sich: „Wie viele Tage pro Woche sind in Ordnung, wenn meine Eltern die Kinder betreuen? Bin ich zufrieden damit, wie sie mit den Kindern umgehen? Gibt es Verhaltensweisen, die ich nicht akzeptieren möchte?“ Ihre Eltern müssen die Enkelkinder nicht jeden Tag sehen – besonders dann nicht, wenn Sie empfinden, dass es Ihnen oder den Kindern zu viel wird. Sie und Ihr Partner sind die Kernfamilie und entscheiden, was Ihnen und Ihren Kindern guttut. Denken Sie daran: Sie sind die Eltern. Sie bestimmen die Spielregeln, nicht die Großeltern. Es ist wichtig, dass Ihre Eltern Ihre Erziehung akzeptieren und nicht untergraben. Gegenseitiges Vertrauen bedeutet, dass Sie keine Sorge haben müssen, die Kinder würden entgegen Ihren Vorstellungen betreut. Führen Sie ein offenes Gespräch mit Ihren Eltern, um Klarheit zu schaffen. Legen Sie Ihre Sichtweise dar und benennen Sie deutlich, was Ihnen wichtig ist und was für Sie nicht infrage kommt. Es sollte kein Zwang entstehen – und Sie sollten kein schlechtes Gewissen haben, wenn Ihre Eltern die Kinder einmal ein paar Tage nicht sehen. Besprechen Sie gemeinsam klare Rahmenbedingungen und machen Sie deutlich, dass Sie in Ihrer Erziehung ernst genommen werden möchten. Finden Sie eine Lösung, die sich für alle stimmig anfühlt. Auch wenn Ihre Eltern Ihr Verhalten nicht nachvollziehen können oder Ihnen vielleicht Vorwürfe machen, bleiben Sie bei Ihrer Haltung. Sie sind Ihren Eltern nichts schuldig – auch nicht regelmäßige „Enkelzeiten“. Viel Erfolg!

Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese per Post an RHEINPFALZ am SONNTAG, Beziehungskiste; Ostbahnstraße 12, 76829 Landau oder per E-Mail an ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.

Isabel Asaro arbeitet als systemische Therapeutin in Frankenthal. www.Isabel-Schroth.com

Info

Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.

Isabel Asaro schreibt alle zwei Wochen eine neue Kolumne in der RHEINPFALZ am SONNTAG.
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