BeziehungskisteZu viel verlangt? So finden Großeltern den richtigen Umgang mit der Betreuung
Es ist in Ordnung, nicht immer die nötige Kraft für die Enkelkinder zu haben.
Oma und Opa sollten bei der Betreuung der Enkel für sich selbst klare Grenzen setzen.
„Ich liebe meinen Enkel sehr, aber die Erwartungen an meine Rolle als Großelternteil sind mir zu viel. Was soll ich tun?“
Lieber Ratsuchender! Da haben Sie schon den ersten Schritt getan und erkannt, dass Ihnen Ihre Aufgaben als Oma zu viel werden. Das ist völlig verständlich. Als Großeltern haben Sie auch nicht die Verantwortung, Ihren Enkel ständig zu betreuen und immer auf Abruf zu sein. Kinderbetreuung kann durchaus anstrengend sein – gerade, wenn man sich viele Gedanken über Beschäftigungsmöglichkeiten macht und aktiv mit dem Kind spielt. Als Großeltern hat man natürlich auch nicht mehr die Ressourcen, die man vielleicht bei den eigenen Kindern hatte. Daher ist es zunächst wichtig, ein Gespräch mit den Eltern zu führen und ganz ehrlich Ihren Standpunkt zu äußern: dass Ihnen Ihre Aufgaben zu viel werden. Auch falsche Erwartungen sollten in diesem Gespräch aus der Welt geräumt werden. Sie könnten sich beispielsweise auf feste Tage oder Stunden einigen, an denen Sie auf Ihren Enkel aufpassen. Dann können Sie und auch die Eltern sich darauf einstellen und besser planen. Sicher ist es immer besser, wenn ein Kind innerhalb der Familie betreut wird und nicht in eine Fremdbetreuung gegeben wird. Sollte es jedoch aufgrund beruflicher Verpflichtungen nicht anders möglich sein, wäre es auch eine Option, darüber nachzudenken, Ihren Enkel beispielsweise durch einen geeigneten Babysitter oder eine Kita betreuen zu lassen. Es sollte nicht die ganze Last auf Ihren Schultern liegen, da sonst das schöne „Großeltern-Dasein“ zur anstrengenden Pflicht wird. Es darf kein Druck oder Zwang entstehen, dass Sie etwas unbedingt tun müssen! Versuchen Sie, gemeinsam mit den Eltern einen Weg zu finden, der für alle passt und insbesondere auch für Ihren Enkel von Vorteil ist. Manchmal tut es auch gut, sich eine kleine Pause zu nehmen und für ein paar Tage nicht für die Familie parat zu stehen. Dann können Sie Ihrem Enkel wieder mit voller Energie begegnen und haben wieder viel Freude an der Betreuung. Gutes Gelingen!
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Isabel Asaro arbeitet als systemische Therapeutin in Frankenthal.www.Isabel-Schroth.com
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Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.
Isabel Asaro schreibt alle zwei Wochen ihre Kolumne »Beziehungskiste« in der RHEINPFALZ am SONNTAG.
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