Kommentar
Yann Sommer zum Meister: Der Platzhalter
Die Wochen nach der Weltmeisterschaft in Katar haben sich die Herren Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic sicherlich anders vorgestellt. Dass die Bosse des FC Bayern München für ihre enttäuschten Nationalspieler aus Deutschland und Frankreich „Erste Hilfe“ würden leisten müssen, war ihnen bestimmt bewusst. Doch dann stand plötzlich die Suche nach einem neuen Torhüter ganz oben auf der Liste, ja, weil sich eben Manuel Neuer einen Schienbeinbruch im Schnee zuzog, womit er sich und den Bayern einen Bärendienst erwies.
Wintertransfers oft diffizil
Transfers im Winter sind in aller Regel diffizil. So auch in diesem Fall. Zunächst einmal war es richtig, nicht auf Vertreter Sven Ulreich zu setzen. Er ist ein solider Torhüter, mit dem die großen Ziele zu erreichen aber schwer geworden wäre. Die Bayern haben sich auf Yann Sommer (Foto) von Borussia Mönchengladbach festgelegt. Der Schweizer hat zwar keine gute WM gespielt, er hat aber seit 2014 bei der Borussia bewiesen, dass er ein erstklassiger Keeper ist. Ein Bekenntnis für Gladbach fehlte jüngst, an dem 34-Jährigen hatten dem Vernehmen nach etliche Vereine Interesse. Die Rückholaktion von Kronprinz Alexander Nübel war rasch vom Tisch, er fühlt sich bei AS Monaco wohl – und will später nicht noch einmal auf der Bank verharren.
Sommer im Winter nach München: schön für die Bayern. Aber Sommer ist nur eine Übergangslösung, eine Zwischenlösung. Bis Manuel Neuer zurückkehrt. Es scheint im Moment ausgeschlossen, dass der Nationalmannschaftskapitän so seine Karriere beendet, auch wenn ihn immer wieder Verletzungen zurückwarfen. Neuer wird weitermachen. Das ist sicher.