BeziehungskisteWenn Teenager lügen: Wie Eltern mit Unehrlichkeit in der Pubertät umgehen können
Verständnis und ein Gespräch auf Augenhöhe ist bei jungen Menschen besonders wichtig.
Lügen bei Kindern sind normal, sollten aber nicht zur Regel werden. Eltern sollten Vorbilder sein.
„Meine Tochter ist 14 Jahre alt und lügt uns sehr oft an. Ich möchte sie nicht ständig kontrollieren. Was kann ich tun?“
Liebe Ratsuchende! Dass Kinder hin und wieder lügen, ist durchaus normal und gehört zur Entwicklung dazu. Gerade Mädchen haben in diesem Alter das eine oder andere Geheimnis, das sie ihren Eltern nicht erzählen wollen. Und das ist auch völlig okay. Jedoch sollte dieses Verhalten nicht zur Regel werden, und Sie sollten herausfinden, warum Ihre Tochter lieber schwindelt, als Ihnen die Wahrheit zu sagen. Gerade bei Teenagern ist das Gespräch auf Augenhöhe wichtig. Dabei sollten Sie Ihre Tochter nicht mit Fragen löchern oder gar kontrollieren. Zeigen Sie ehrliches Interesse und geben Sie ihr das Gefühl, dass sie sich Ihnen anvertrauen kann. Eine vertrauensvolle Basis ist der Grundstein für ein ehrliches Verhalten. Machen Sie Ihrer Tochter bitte keine Vorwürfe oder reagieren Sie gar mit Androhungen. Bleiben Sie wertfrei und sagen Sie ihr, dass Sie gerade bemerkt haben, dass sie nicht ganz ehrlich war. Finden Sie heraus, welche Bedürfnisse hinter den Lügen Ihrer Tochter stecken. Fühlt sie sich nicht ernst genommen? Hat sie Angst, Sie zu enttäuschen? Oder fürchtet sie negative Konsequenzen, zum Beispiel Ärger wegen einer schlechten Note? Vermitteln Sie ihr, dass Ehrlichkeit bei Ihnen keine Bestrafung nach sich zieht. Setzen Sie das auch als Eltern konsequent um und schaffen Sie einen Rahmen, in dem sich Ihre Tochter gesehen, gehört und verstanden fühlt, sodass sie nicht auf Lügen ausweichen muss. Bedenken Sie auch immer, dass Sie als Eltern eine Vorbildfunktion haben. Sollte Ihre Tochter Sie auch schon beim Schwindeln erwischt haben, dann kann es durchaus sein, dass sie das als „normal“ erachtet und Ihre Verhaltensweisen kopiert hat. Bleiben Sie gelassen, üben Sie keinen Druck auf Ihre Tochter aus und seien Sie verständnisvoll. Dann hat Ihre Tochter auch keinen Grund mehr, nicht bei der Wahrheit zu bleiben. Gutes Gelingen!
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Isabel Asaro arbeitet als systemische Therapeutin in Frankenthal.www.Isabel-Schroth.com
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Isabel Asaro schreibt alle zwei Wochen ihre Kolumne »Beziehungskiste« in der RHEINPFALZ am SONNTAG.
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