BeziehungskisteWas tun, wenn die Familie der Partnerin zu viel Raum einnimmt?
Ein Ehepaar sollte eine Einheit sein. Von der Herkunftsfamilie gilt es sich daher zu emanzipieren und ihr auf Augenhöhe zu begegnen.
Die Familie sollte nicht in Konkurrenz zur Partnerschaft stehen.
„Meine Frau stellt die Bedürfnisse ihrer Familie immer über unsere Ehe – wie kann ich das ansprechen, ohne Streit zu provozieren?“
Lieber Ratsuchender! Ich kann Ihren Unmut gut verstehen. Zunächst sollte jedoch geklärt werden, warum Ihre Frau die Bedürfnisse ihrer Familie immer über Ihre Ehe stellt. Spielen hier vielleicht kulturelle Unterschiede eine Rolle? In manchen Kulturen nimmt die Familie einen zentralen Stellenwert ein und hat auch nach der Heirat noch großen Einfluss. Sollte das der Fall sein, ist es für Sie natürlich schwierig nachzuvollziehen, da Ihre Frau es als selbstverständlich erachten könnte, ihre Familie in wichtige Entscheidungen mit einzubeziehen oder deren Bedürfnissen besondere Beachtung zu schenken. In jedem Fall sollten Sie ein klärendes Gespräch mit Ihrer Frau führen, in dem Sie Ihren persönlichen Standpunkt darlegen. Auch wenn Sie befürchten, damit einen Streit zu provozieren, sollten Sie Ihre Gefühle und Ärgernisse nicht in sich hineinfressen! Schildern Sie Ihrer Frau, dass Sie beide jetzt eine eigene Familie sind und es wichtig ist, dass auch Sie gemeinsam eine Einheit bilden. Zum persönlichen Entwicklungsprozess gehört auch die Loslösung von der Herkunftsfamilie. Damit ist natürlich nicht gemeint, dass man nur noch wenig oder gar einen schlechten Kontakt pflegt, sondern vielmehr, dass man sich auf Augenhöhe begegnet und auf eigenen Beinen stehen kann – ohne zu stark von der Meinung der Familie abhängig zu sein. Sie beide haben nun Ihr eigenes Leben und Herausforderungen in der Ehe, die es gilt, unabhängig von der Familie zu lösen. Dieser Prozess ist nicht immer einfach und erfordert Geduld und Verständnis – auch von Ihrer Seite. Suchen Sie daher unbedingt das Gespräch mit Ihrer Frau und verdeutlichen Sie ihr, dass die ständige Bevorzugung ihrer Herkunftsfamilie eine Belastung für Ihre Beziehung darstellt und Sie sich hier eine Veränderung wünschen. Sollten sich die Gespräche als schwierig erweisen, wäre in Ihrem Fall vielleicht eine Paarberatung eine gute Idee. Viel Glück!
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Isabel Asaro arbeitet als systemische Therapeutin in Frankenthal.www.Isabel-Schroth.com
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Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.
Isabel Asaro schreibt alle zwei Wochen ihre Kolumne »Beziehungskiste« in der RHEINPFALZ am SONNTAG.
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