BeziehungskisteWas tun, wenn die eigenen Kinder immer weniger Kontakt wollen?
Der Abnabelungsprozess der Kinder kann vor allem für Mütter schmerzhaft sein.
Mehr Distanz der Kinder zu ihren Eltern kann durchaus sinnvoll sein.
„Mein erwachsener Sohn meldet sich kaum noch. Habe ich als Mutter versagt oder gehört das zur Abnabelung? Was kann ich tun?“
Liebe Ratsuchende! Zunächst: Sie haben als Mutter ganz bestimmt nicht versagt! Es ist natürlich schade, dass Sie so wenig Kontakt zu Ihrem Sohn haben, und ich kann mir vorstellen, dass Ihr Mutterherz schmerzt. Wichtig wäre in Ihrem Fall zu wissen, wie es zu dem wenigen Kontakt gekommen ist. Gab es einen vorausgegangenen Streit oder Unstimmigkeiten? Sollte dies der Fall sein, dann sollten Sie versuchen, diese Unklarheiten zuerst aus der Welt zu schaffen. Manchmal stecken auch Missverständnisse oder Enttäuschungen dahinter, die zu einem Kontaktabbruch führen können. Sprechen Sie Ihren Sohn darauf an, warum er sich so wenig meldet, und dass Sie sich über etwas mehr Kontakt freuen würden. Dann hat auch er die Chance, darauf zu reagieren und Ihnen seine Sichtweise mitzuteilen. Im Grunde ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Kinder im Laufe eines Abnabelungsprozesses weniger melden oder den Kontakt sogar ganz einstellen – gerade dann, wenn Veränderungen in ihrem Leben anstehen, zum Beispiel ein neuer Job, eine neue Liebe oder einfach ein veränderter Fokus. Dann kann die eigene Familie schnell in den Hintergrund treten. Das ist jedoch in keinem Fall böse gemeint, sondern oft ein notwendiger Schritt für die persönliche Entwicklung. Geben Sie ihm den Raum, den er braucht und machen Sie ihm bitte keine Vorwürfe. Bei einem entspannten Gespräch dürfen Sie als Mutter ruhig zeigen, dass es Ihnen wehtut und dass er Ihnen fehlt. Stehen Sie zu Ihren Gefühlen – aber akzeptieren Sie auch seine Sichtweise. Je mehr Sie loslassen, desto mehr hat er die Chance, sich Ihnen wieder anzunähern – wenn er das Bedürfnis danach hat. Das ist leichter gesagt als getan und wird Ihnen sicher alles andere als leichtfallen. Alles Gute für Sie!
Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese per Post an RHEINPFALZ am SONNTAG, Beziehungskiste; Ostbahnstraße 12, 76829 Landau oder per E-Mail an ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.
Isabel Asaro arbeitet als systemische Therapeutin in Frankenthal.www.Isabel-Schroth.com
Info
Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.
Isabel Asaro schreibt alle zwei Wochen ihre Kolumne »Beziehungskiste« in der RHEINPFALZ am SONNTAG.
Kennen Sie schon unseren Instagram-Account?
Geschichten über die Liebe in der Pfalz, Tipps von Beziehungscoaches und Paartherapeuten sowie viele weitere spannende Einblicke gibt es auf unserem Instgram-Account die_rheinpfalz.
Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.
Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.