Rheinpfalz am Sonntag RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die BASF sich für die nächste Pandemie gerüstet sieht

Über 65.000 Impfungen gab es im Impfzentrum der BASF während der Pandemie.
Über 65.000 Impfungen gab es im Impfzentrum der BASF während der Pandemie.

Wie wichtig der Gesundheitsschutz für Mitarbeiter ist, hat die Covid-Pandemie gezeigt. In der BASF kümmert sich darum ein globales Gesundheitsmanagement.

Ausgeklügelte Laufwege, Coronatests, Masken, Desinfektionen, Abstandsregelungen: Corona war eine Herausforderung für alle Unternehmen. Vor allem, wenn dort kein Betriebliches Gesundheitsmanagement die Dinge in die Hand nahm. In Deutschland ist das nicht verpflichtend, in großen Unternehmen gibt es dies jedoch meistens. In der BASF etwa besteht der werksärztliche Dienst schon seit über 150 Jahren.

29 Ärztinnen und Ärzte, eine große Werksambulanz mit mehr als 30.000 Patientenkontakten im Jahresschnitt, ein eigener Rettungsdienst, der auch umliegende Orte unterstützt: Das ist die Struktur in Ludwigshafen. Weltweit kommen 35 festangestellte Ärzte hinzu, plus weitere, die als Dienstleister für die BASF tätig sind. Denn – das ist nicht überall so – die Abteilung Global Health Management koordiniert weltweit medizinische Standards und Aktivitäten an BASF-Standorten. Das Ziel: ein Mindest-Gesundheitsschutz, der für alle gleich ist.

Sehr früh Wissen gesammelt

Diese Struktur, sagt der stellvertretende Abteilungsleiter und Mediziner Daniel Schiffmann, sei ein Vorteil während der Pandemie gewesen – weil sie so sehr früh Wissen über das Coronavirus sammeln, Strukturen aufbauen und auch ihr Wissen draußen teilen konnten. Diese Struktur wurde gestärkt: Der Anästhesist und Notfallmediziner Alexander Eiffler kümmert sich nun um die kontinuierliche Beobachtung des weltweiten Infektionsgeschehens. „Prinzipiell“, sagt er, „muss man damit rechnen, dass es wieder eine Pandemie gibt.“ Die Lehre aus der jüngsten lautet für Schiffmann: „Vor die Lage“ zu kommen, sei noch wichtiger geworden.

Als erstes deutsches Unternehmen konnte die BASF Mitarbeiter in Ludwigshafen impfen. Allein 22.000 Impfungen waren es in den ersten Wochen. Sieben Ärzte waren im Impfzentrum tätig, bis zu 1200 Impfungen dort am Tag möglich. Unterm Strich gab es etwa 65.000 Impfungen in vier Runden. Die Mitarbeiter, sagt Schiffmann, hätten das Angebot wertgeschätzt. „Das ist ja eine Unterstützung der allgemeinen Impfquote, wenn man das im Betrieb macht. Es war ja draußen gar nicht möglich, das in öffentlichen Einrichtungen abzubilden.“ Das Impfzentrum wurde zur Blaupause für andere Standorte – und viele andere Arbeitgeber folgten.

Auch die Nachverfolgung lief im Betrieb

In dieser Zeit hat die BASF auch die Nachverfolgung von Infektionen und die Information der Mitarbeiter übernommen – „eine Heidenarbeit“, so Eiffler. Und eigentlich Aufgabe der Gesundheitsämter, die damals jedoch unterbesetzt und überfordert waren.

Die Ämter sollten nun besser gerüstet sein. Was Schiffmann aber beschäftigt: Dass Betriebe, die auch präventiv viel für die Mitarbeiter-Gesundheit tun, „keine Möglichkeit haben, ihre Benefits in das öffentliche Gesundheitssystem einzusteuern“. Daten könnten gematcht, Wege verkürzt werden. Er findet: „In einer Situation, wo das öffentliche Gesundheitssystem mehr und mehr leidet, wird die Bedeutung der Betriebsmedizin zu wenig bedacht.“

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