Liebe und Zuneigung ist für Kinder sehr wichtig. Ab einem bestimmten Punkt sollte man aber auch Grenzen setzten.
Sich als Eltern um das Kind Sorgen zu machen, ist normal. Nur übertreiben sollte man es nicht.
„Viele Menschen machen sich über Helikoptereltern lustig. Da stelle ich mir die Frage: Kann ich mein Kind zu sehr verwöhnen?“
Liebe Ratsuchende! Zunächst vorab: Nein, Sie können Ihr Kind nicht zu sehr verwöhnen. Leider grassiert noch immer das Stigma, man könne seinen Kindern zu viel Liebe und Aufmerksamkeit geben und sie verwöhnen. Dem ist aber nicht so. Natürlich muss man unterscheiden zwischen „Helikoptereltern“ oder bindungs- oder bedürfnisorientierten Eltern. Der Begriff Helikoptereltern ist tatsächlich negativ behaftet, da sie ihren Kindern im Grunde wenig zutrauen und alles für sie erledigen, ihnen vieles abnehmen und keine Grenzen setzen. Das ist für die Entwicklung eher kontraproduktiv. Wohingegen eine bedürfnisorientierte Erziehung, wie das Wort schon sagt, auf die Bedürfnisse der Kinder eingeht, die Selbstständigkeit fördert und sie zu eigenständigen Persönlichkeiten macht. In den ersten Lebensjahren brauchen Sie sich noch gar keine Gedanken darüber zu machen, ob Sie das Kind womöglich verwöhnen oder ihm zu viel Aufmerksamkeit schenken. Diese Phase ist entscheidend für das Urvertrauen eines Menschen und man sollte gerade in der Babyphase direkt auf die jeweiligen Bedürfnisse reagieren. Lassen Sie sich daher bitte nicht verunsichern und hören Sie nicht auf unsinnige Sätze, wie: „Das Baby muss auch mal schreien, das macht die Lungen frei.“ Oder: „Wie, dein Kind schläft noch nicht alleine im Zimmer?“ Seien Sie für Ihr Kind da, schenken Sie ihm all die Liebe und Zuneigung, die Sie haben. Je älter das Kind wird, desto mehr wird es natürlich versuchen, seine Grenzen auszutesten. Das gehört zur kindlichen Entwicklung. Hier dürfen Sie liebevoll Grenzen setzen und im Hinterkopf behalten, welche Bedürfnisse hinter dem Verhalten stecken. Je mehr Sie auf Ihr Kind eingehen und sein Verhalten verstehen, desto einfacher kann auch die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind werden. Geben Sie ihm ein stabiles Fundament mit Vertrauen und Stabilität. Zugleich aber auch Flügel, dass es sich selbst ausprobieren und entwickeln kann. Gutes Gelingen und ganz viel Liebe!
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Isabel Asaro arbeitet als systemische Therapeutin in Frankenthal.www.Isabel-Schroth.com
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Isabel Asaro schreibt alle zwei Wochen ihre Kolumne »Beziehungskiste« in der RHEINPFALZ am SONNTAG.
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