Kernaussage
Stilkolumne: Warum Männer öfter Ohrringe tragen sollten
Armbanduhr, Manschettenknöpfe, Siegelring – in Sachen Schmuck traten die Herren bislang ja eher schüchtern auf. Okay, Augenringe vielleicht noch. Inzwischen treffen Männer nicht mehr nur beim Juweliergeschäft-Überfall auf funkelnden Zierrat, sondern auch im Alltag. Immer mehr Kerle zieren sich mit Schmuck-Schnickschnack. Vor allem – hört, hört – der Ohrring ist nicht mehr Ekel-Teil, sondern Edel-Teil. Geil. Nicht der minimalistische Ohrstecker, sondern der maximalistische Ohrhänger. Das beste Stück des Mannes? Baumelt jetzt oben. Der Junge mit dem Perlenohrgehänge. Da schimmert’s und flimmert’s. In genderfluiden Zeiten gehen hängende Ohrringe klar, wenn sie so lässig getragen werden wie von Johnny Depp oder Harry Styles. Glanz, nicht Kloria. Sonst wird der Ohrenschmaus zum Ohrengraus. Jedenfalls passt der Trend perfekt zu den Perlenketten, die seit geraumer Zeit ein Revival feiern. Die waren ja einst der Gelsenkirchener Barock des Schmucks. Wer nun den Hals voll hat? Jungs, die eben auf Ketten stehen – und das nicht nur an Säge oder Fahrrad. Dank der Südseeperlen, aus Omas Schmuckkästchen stibitzt, vollbringt Mann eine Glanzleistung. Bling-Bling ist King. Also kette sich, wer kann.
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