Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: FKP bleibt Spitzenreiter, FCK II nach 6:5 auf Rang zwei

Brenzlige Situation im Strafraum der TuS Koblenz: stehend von links Yasim Yaman (TuS), David Schehl, Bobby Edet (beide SV Morlau
Brenzlige Situation im Strafraum der TuS Koblenz: stehend von links Yasim Yaman (TuS), David Schehl, Bobby Edet (beide SV Morlautern) und am Boden TuS-Torhüter Michael Zadach.

Alle sechs Fußball-Oberligisten aus der Pfalz haben am Samstag gespielt, nur einer gewann.

Der FK Pirmasens bleibt ungeschlagen und Spitzenreiter der Fußball-Oberliga, hat aber nach dem 0:0 beim FC Karbach nur noch einen Punkt Vorsprung auf den Tabellenzweiten, den 1. FC Kaiserslautern II.

Ziemlich kühl und windig war’s am Samstag auf dem Quintinsberg im Hunsrück. Karbach, das diese Runde schon Vizemeister Gonsenheim schlug und bei Titelkandidat Worms einen Punkt holte, besaß in der ersten Hälfte zwei große Möglichkeiten. Beide Male parierte der Pirmasenser Keeper Benjamin Reitz hervorragend. Aber auch Karbachs Schlussmann Marc Reifenschneider hatte einen großen Auftritt, als er mit einer tollen Parade den achten Saisontreffer des frei vor ihm aufgetauchten Tobias Jänicke verhinderte. FKP-Trainer Daniel Paulus war auch angesichts der angespannten Personalsituation mit dem Auswärtspunkt „gegen eine gute Oberligamannschaft“ zufrieden.

Mike Andreas, der mit dem trotz Rippenprellung aufgelaufenen Kapitän Yannick Grieß und dem starken Michael Müller die Dreier-Abwehrkette bildete, sah in der 81. Minute Gelb-Rot und ist daher fürs Heimspiel am kommenden Samstag gegen Rot-Weiß Koblenz gesperrt. Stürmer Dennis Krob musste aufgrund einer Oberschenkelblessur nach 56 Minuten raus. „Das geht jetzt an die Substanz unseres Kaders“, sagte Trainer Paulus zur Verletzungsserie.

FCK II siegt in wildem Spiel

Für ihr Geld bekamen die Zuschauer bei der Oberliga-Partie zwischen dem FV Diefflen und dem 1. FC Kaiserslautern II einiges geboten. Elf Tore sahen sie – mit dem besseren Ende für den FCK II, der mit 6:5 (2:2) gewann.

Auf dem kleinen Kunstrasenplatz in Diefflen gingen die Gastgeber nach elf Minuten in Führung. Ukyo Kagami umspielte FCK-Torwart Fabian Heck und schoss zum 1:0 ein. Doch der FCK II schlug zurück. Einen Schuss von Neal Gibs konnte Diefflens Torwart Kai Zahler nur abklatschen, Shawn Blum schob den Ball über die Linie (14.). Nach einer Ecke war dann Drini Miftari zur Stelle und drückte den Ball zur 2:1-Führung für den FCK II ins Tor (17.). Doch Diefflen kam vor der Pause nach einem Gestocher im FCK-Strafraum durch Fabio Götzinger noch zum 2:2-Ausgleich (40.).

Als der FCK II nach Treffern von Leon Robinson (48.) und Oskar Prokopchuk (67.) auf 4:2 davonzog, schien alles klar. Aber es schien nur so. Nico Wiltz traf zum 3:4 aus Sicht des FV Diefflen genau in den linken Torwinkel (75.). Es folgte eine völlig wilde und verrückte Schlussphase. Der eingewechselte Marc Nauth traf zum 5:3 (86.), Kagami verkürzte auf 4:5 (89.). Erneut Nauth machte das 6:4 (90.). Doch damit war es immer noch nicht vorbei. Denn Fabian Poß traf noch zum 5:6 (90.+2). Doch dabei blieb es – und somit beim Sieg des FCK II.

Mechtersheim in der Krise

Nach dem letztlich noch schmeichelhaften 0:3 (0:2) am Samstag gegen den FV Engers, der vierten Niederlage in Serie, hängt der TuS Mechtersheim im Tabellenkeller der Fußball-Oberliga fest.

Vom Anpfiff weg nahm das Team von Trainer Jürgen Kramny zwar das Heft in die Hand, doch das änderte sich bereits nach einer knappen Viertelstunde. Bis zum Schlusspfiff lief kaum noch etwas zusammen. Beste Torgelegenheit war ein Angriff in der dritten Spielminute, bei dem Can Abdullah Güney im Strafraum elfmeterverdächtig zu Fall kam, der Pfiff des Schiedsrichters aber ausblieb.

Engers lauerte auf Konter, spielte kontrolliert und präzise nach vorne. Zwei Warnschüsse sahen TuS-Torhüter Maxime Klein noch auf dem Posten, doch kurz darauf war er nach einem Pass in die Tiefe gegen den allein auf ihn zueilenden Enrico Rössler machtlos – 0:1 (14.). Everest Sulejmani versuchte vergeblich, das Spiel der Gastgeber im Mittelfeld zu ordnen, Torjäger Dennis Arnst verzettelte sich in Einzelaktionen. Kevin Lahn schloss einen schnellen Angriffszug mit einem Flachschuss zum 0:2 ab (30.).

Auch im zweiten Abschnitt kontrollierten die Gäste die Partie souverän. Max Schmitten köpfte nach einer Ecke das dritte Tor (60.). Weitere gute Möglichkeiten, das Ergebnis noch höher zu schrauben, vergaben die Rheinländer leichtfertig.

Arminia noch ohne Auswärtspunkt

Der FC Arminia Ludwigshafen bleibt sich treu: Das 0:2 (0:1) bei den Sportfreunden Eisbachtal war im vierten Oberliga-Auswärtsspiel die vierte Niederlage. „Unsere bislang schwächste Saisonleistung“, sagte FCA-Trainer Chris Chorrosch.

Sein ersatzgeschwächtes Team hatte nach starkem Auftakt des Aufsteigers 20 Minuten lang gute Lösungen im Aufbau gefunden, war allerdings vor des Gegners Tor viel zu harmlos. Einmal vertändelte Steffen Straub in einer aussichtsreichen Situation den Ball, einmal vergab Kapitän Nico Pantano. Eisbachtal bekam die Begegnung nach und nach wieder in den Griff und erzielte unmittelbar vor der Pause das Führungstor. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld auf den zweiten Pfosten wurden die drei fehlenden Innenverteidiger vermisst, denn Jerome Zey traf mehr oder weniger unbehelligt.

In der Pause stellte Chorrosch um, brachte eine zusätzliche Offensivkraft. Nach Wiederanpfiff waren die Ludwigshafener in einer fairen Partie zwar feldüberlegen, aber vor dem Tor der Sportfreunde nicht zwingend genug. Die Platzherren sorgten in der 49. Minute für die Vorentscheidung, als erneut Zey einen Querpass von Lukas Reitz verwertete. „Eisbachtal hatte die bessere Einstellung und hat verdient gewonnen“, zog Chorrosch ein ernüchterndes Fazit. Die Arminia fiel auf einen Abstiegsplatz zurück.

Chancenlose Herxheimer

Nichts zu erben gab es für Oberliga-Neuling Viktoria Herxheim beim in fast allen Belangen besseren Regionalliga-Absteiger TSV Schott Mainz. Mit dem 0:4 (0:3) kassierten die Südpfälzer im siebten Spiel ihre sechste Niederlage. Sie stellen mit nun 25 Gegentreffern die schlechteste Abwehr der Liga. Die Gastgeber ließen mit ihrem Pressing den Tabellenletzten lange nicht ins Spiel kommen. Righteous Vodi sorgte mit einem Doppelschlag in der 12. und 20. Minute für eine 2:0-Führung. Zuvor hatte Pedrescu (13.) den Ausgleich auf dem Fuß gehabt, der Ball strich aber knapp am Gehäuse der Platzherren vorbei. Stattdessen sorgte Robin Rosenberger mit dem 3:0 (26.) früh für klare Verhältnisse.

Die Mainzer waren fast immer einen Tick schneller, erarbeiteten sich ein deutliches Chancenplus und nutzten die Fehler der Gäste aus. Der Viktoria dagegen fehlte im Angriff die Durchschlagskraft, generell in den Aktionen die Klarheit und bei den wenigen Torchancen die Kaltschnäuzigkeit.

Nachdem Fabian Clever in der 48. Minute die Chance zum Anschlusstreffer ausgelassen hatte, scheiterten die Gastgeber mit einem Handelfmeter an Herxheims Keeper Anschütz (49.). Den Schlussstrich zog der eingewechselte Japaner Takero Itoi mit seinem Tor zum 4:0 in der 90. Spielminute.

Morlauterns später K. o.

Unglückliche Niederlage für den SV Morlautern gegen die TuS Koblenz: Marcel Wingenders Kopfballaufsetzer in der 90. Spielminute zum 1:2 (0:1) nach Ecke von Sebastian Rosbach bedeutete den späten K. o. für den gut mithaltenden Tabellenvorletzten der Fußball-Oberliga.

Die Gastgeber gerieten in der taktisch geprägten ersten Hälfte nach 13 Minuten in Rückstand. Der Beste des Regionalliga-Absteigers, Lukas Tuchscherer, war nach einem Pass von Nic Alsbach hinter die Abwehrkette zunächst an Torhüter Bakary Sanyang gescheitert, traf dann aber im zweiten Versuch. Koblenz hatte mehr Ballbesitz und war auch torgefährlicher als die diszipliniert verteidigenden Morlauterer. Felix Königshaus scheiterte aus dem Rückraum am glänzend reagierenden Sanyang (41.).

„Von der 46. bis zur 60. Minute haben wir völlig den Faden verloren“, beschrieb Koblenz-Trainer Michael Stahl die Spielphase, in der die Gastgeber klar dominierten. Nun hochverdient der Ausgleich durch Innenverteidiger Dennis Jander, der per Kopf noch leicht abgefälscht Florian Bickings Ecke zum 1:1 einwuchtete (57.). Dann fing sich Koblenz wieder. Morlautern setzte aber weiter bei Kontern Nadelstiche. SVM-Coach Daniel Graf stellte nach der Last-Minute-Niederlage fest: „Das einzige Positive, was wir mitnehmen können, ist unsere gute Leistung heute.“

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