Dänemark RHEINPFALZ Plus Artikel Kurztrip Kopenhagen

Auf dem Dach des Parkhauses im Stadtteil Nordhavn wurde ein Spielplatz eingerichtet.
Auf dem Dach des Parkhauses im Stadtteil Nordhavn wurde ein Spielplatz eingerichtet.

Die dänische Hauptstadt ist nicht nur bekannt für extravagante Gebäude und stilvolles Design, sondern auch ein Muss für Genießer. Was man in 48 Stunden alles erleben kann. Von Susanne Hamann

16 Uhr: Ankunft

Mit dem Direktflug von SAS geht es in etwas mehr nach Kopenhagen, der Stadt der kurzen Wege. Vom „Lufthavn“ sind es wenige Schritte zur Metrostation. Die Linie 2 fährt in einer Viertelstunde in die Stadt. Tipp: In der Bahn ganz vorn sitzen und den Ausblick genießen, der sonst dem Fahrer vorbehalten ist. Denn die autonomen Züge fahren wie von Geisterhand. Achtung: Dafür gibt es ziemlich viele leibhaftige Fahrscheinkontrolleure.

www.flysas.com, www.publictransport.dk

17 Uhr: Check-in im Hotel

Bis vor ein paar Jahrzehnten lagerten auf der kleinen Insel Christiansholm riesige Papierrollen für Tageszeitungen. Papirøen – Papierinsel – wird die Gegend daher noch immer genannt. Die alten Gebäude wurden inzwischen abgerissen. Die dänischen Stararchitekten um Dan Stubbergaard vom Büro Cobe haben ein neues Quartier konzipiert: Wohnen und Arbeiten mitten in der Stadt, viel Grün, umgeben von Wasser. Wie eine riesige Toblerone-Schokolade ragen die trapezförmigen Neubauten markant gezackt in die Höhe. In einem der Häuser residiert seit Sommer das 25Hours Hotel Paper Island. Von den Zimmern auf der Nordseite sieht man auf eine andere Designikone: die Königliche Oper. Doppelzimmer ab 250 Euro.

www.25hours-hotels.com

19 Uhr: Ausflug nach Asien

Fusionsküche aus Vietnam, Kambodscha, Japan und Thailand, raffiniert kombiniert und fein gewürzt – die Spezialität des neuen Restaurants Tiger Lily in Christianshavn. Eine ambitionierte Mannschaft nimmt die Gäste mit auf eine Genussreise durch asiatische Garküchen und Streetfoodmärkte. Dirigiert wird das Team von Küchenchef Stephan Erletz, der zuvor im Hamburger Sternelokal Haerlin arbeitete.

www.tigerlily.dk

10 Uhr: Hafencity

Mit der Linie 4 ab Kongens Nytorv zum Orientkaj. Wer sich beim ersten Umschauen fühlt wie in der Hamburger Hafencity, liegt goldrichtig. „Beide Stadtentwicklungsprojekte haben eine ähnliche Geschichte. Auch der Nordhavn diente vor Jahrhunderten als Freihafen“, sagt Bente Hoffmann von Slow Tours. Seit ein paar Jahren tobt sich vor allem das Team von Cobe Architects dort aus, einige Entwürfe stammen auch von Bjarke Ingels. Wer gemeinsam mit Kindern reist, sollte sich das Parkhaus Lüders ansehen. Auf dem Dach des rostigen Gebäudes versteckt sich ein Spielplatz mit Bänken zum Picknicken und einer tollen Aussicht. Nicht weit entfernt liegt das Hafenbad Sandkaj. Eine der 14 Stellen in der Innenstadt, wo man schwimmen darf. Selbst im Winter springen Unerschrockene ins klare Wasser.

https://slowtourscopenhagen.dk, https://svoemkbh.kk.dk/badezoner

11.30 Uhr: Imbiss mit Stil

Audo House ist mehr als ein sehr geschmackvoll eingerichtetes Café mit angeschlossenem Interieurshop. Alles, worauf man sitzt, wovon man isst, was leuchtet und so weiter, stammt von Audo, einer Marke für teure Designermöbel und Accessoires. Die Kunden sollen die Produkte live im Einsatz erleben. Daher gibt es sogar ein paar Hotelzimmer (Audo Residence, Doppelzimmer ab 330 Euro). Kreative aus der Nachbarschaft kommen gerne her, um in der elegant-heimeligen Umgebung zu arbeiten. Die Mittagskarte ist klein und bietet ein paar Snacks wie belegte Brote. Frisch gestärkt geht es mit der Metro Linie 4 von Nordhavn nach Osterport.

https://audocph.com

Der Nyhavn ist nicht so neu: Er hat über 300 Jahre auf dem Buckel.
Der Nyhavn ist nicht so neu: Er hat über 300 Jahre auf dem Buckel.

12.30 Uhr: Kleine Meerjungfrau

Nichts und niemand wird so oft in Kopenhagen fotografiert wie die kleine Meerjungfrau. Das Wahrzeichen der Stadt hockt mit traurigem Blick auf einem Granitfelsen. Bildhauer Edvard Eriksen schuf die Bronzeplastik nach einem Motiv von Hans Christian Andersen, der Auftrag kam vom Bierbrauer Carl Jacobsen, der sich nebenbei gerne als Kunstmäzen betätigte. Seit ihrer Aufstellung 1913 hat man die Arme schon mehrfach beschädigt.

www.visitcopenhagen.de

13 Uhr: Stadtbummel & Shopping

Vorbei am Kastell und Schloss Amalienborg, der Residenz von Frederik X. und der königlichen Familie, geht es am Wasser entlang zum Strøget. Die Einkaufsmeile besteht aus verschiedenen Straßen und Plätzen wie Frederiksberggade, Nygade oder Amagertorv. Neben internationalen Brands gibt es viel nordische Mode und Design, etwa im Kaufhaus Illums Bolighus. Weiter mit der Metro-Linie 3 von der Station Gammel Strand nach Nørrebro.

www.illumsbolighus.dk

15.30 Uhr: Street-Art in Nordvest

Unterschätzte Stadtviertel brauchen oft nur etwas Farbe und zack, sind sie eine Attraktion. Das dachte sich der leidenschaftliche Kunstsammler und Publizist Jens-Peter Brask. Inspiriert von Miamis Wynwood Walls kuratierte er im Stadtviertel Nordvest fassadenhohe Wandgemälde auf den Giebelseiten von einförmigen Wohnblöcken. In den beiden Straßenzügen Møntmestervej und Rentemestervej bemalten internationale Künstler wie Mason Saltarrelli oder Coline Marotta 16 fensterlose Seitenwände. Seit 2019 gibt es die Freiluftgalerie, sie soll die größte in Skandinavien sein.

www.jenspeterbrask.com

16 Uhr: Kaffeepause

Kunst macht hungrig: Um die Ecke liegt Flere Fugle, ein lässig-alternatives Café in einem Hinterhof.

https://flerefugle.dk

17 Uhr: Kreatives Nørrebro

Rau, bunt, urban, multikulturell, unabhängig. Nørrebro ist das Kreativviertel von Kopenhagen: Die Jægersborggade bildet den Kontrast zum luxuriösen Strøget. Hier findet man nachhaltiges Design aus recycelten Materalien, Galerien, Secondhandläden, Manufakturen, Kunstgewerbe. Filialisten müssen draußen bleiben.

Das Fassadenbild stammt von der deutschen Graffitikünstlerin Mad C. alias Claudia Walde.
Das Fassadenbild stammt von der deutschen Graffitikünstlerin Mad C. alias Claudia Walde.

19 Uhr: Ausflug nach Italien

Im sehr angesagten Restaurant Paesano gibt es original neapolitanische Küche in gemütlichem Ambiente. Und ein Aha-Erlebnis: Unter Pasta alla Genovese verstehen Menschen aus Neapel nicht etwa Nudeln mit grünem Pesto, sondern ein Ragout aus geschmortem Rind und Zwiebeln.

www.paesanocph.dk

10 Uhr: Bier, Bier, Bier

Alsdann geht es mit der Metrolinie 3 bis zum Enghave Plads. Das historische Firmengelände der Carlsberg Brauerei anno 1847 wurde zu einem schicken Museum umgebaut. Je nach persönlichem Tempo braucht man eine Stunde bis 90 Minuten, um die aufwendig gemachte Ausstellung des Besogscenters (Besucherzentrum) zu durchwandern. Präsentiert werden historische Objekte in Kombination mit Multimedia. Im Ticketpreis von rund 28 Euro inbegriffen ist ein Bier, das am Ende der Tour serviert wird.

https://homeofcarlsberg.com

12 Uhr: Stulle mit Stil

Belegtes Butterbrot hört sich nicht nach einem kulinarischen Kracher an? Weit gefehlt. Krabben, Hühnchensalat, Rote Bete oder Hering auf einer Scheibe Brot kann richtig lecker sein. Wunderbares Smørrebrød gibt es bei Aamanns, nicht nur in der Nähe der Brauerei, sondern auch in weiteren Filialen in der Stadt. Mit der Metro Linie 3/4 vom Enghave Plads zur Station Sluseholmen.

https://aamanns.dk

13 Uhr: Aufs Wasser

Im Stadtteil Sydhavn betreibt die Firma Go Boat eine kleine Marina. In die Elektroboote passen bis zu acht Personen, Skipper Theo steuert das Schiff den Kanal entlang und weicht geschickt den gelben Wasserbussen aus. Nach einer Stunde Schauen und Staunen kann man im Stadtteil Islands Brygge auf Höhe der Brücke „Langebro“ aussteigen. Rundfahrt ab rund 130 Euro.https://goboat.dk

17 Uhr: Abreise

Auf dem Weg zurück zum Hotel streift man Christianshavn, das sich von der verlassenen Industriebrache zum In-Viertel gemausert hat. Jetzt aber schnell zurück zum Flughafen, Rückflug um 19.15 Uhr via Amsterdam mit KLM.

www.klm.de

Info

Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.

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