Beziehungskiste RHEINPFALZ Plus Artikel Kinderstreit: Bei Zoff unter Geschwistern können die Ursachen tiefer liegen

Kinder streiten sich nun einmal. Doch manchmal ist das ein Audruck unbefriedigter Bedürfnisse.
Kinder streiten sich nun einmal. Doch manchmal ist das ein Audruck unbefriedigter Bedürfnisse.

Auseinandersetzungen zwischen Kindern sind normal. Oft buhlen sie dabei um Aufmerksamkeit. Auf die Bedürfnisse der Kinder sollten Eltern deshalb genau achten.

„Unsere Kinder zanken sich ständig. Oft geht es ihnen dabei nur um Aufmerksamkeit. Was können wir gegen die Streitereien tun?“

Liebe Ratsuchende! Eigentlich haben Sie sich Ihre Frage schon selbst beantwortet. Sie sagen „oft geht es dabei nur um Aufmerksamkeit.“ Das ist ein klares Zeichen Ihrer Kinder an Sie als Eltern. Sie wollen gehört, wahrgenommen und gesehen werden. Vielleicht fühlt sich ein Kind dem anderen unterlegen oder benachteiligt und zettelt daher den Streit an. Im Grunde geht es aber, wie Sie schon sagen, um die Aufmerksamkeit von Mama und Papa. Da wird von Kindern gerne zu schwereren Geschützen gegriffen, um sie von den Eltern zu bekommen. Versuchen Sie in Beziehung zu Ihren Kindern zu gehen, um zu verstehen, welche Bedürfnisse genau dahinterstecken. Vielleicht möchten Ihre Kinder mehr Zeit mit Ihnen verbringen, haben Probleme mit Gleichaltrigen, dem Erzieher in der Kita, oder befinden sich einfach in einem Entwicklungsschub und brauchen mehr Mama- oder Papa-Zeit. All das können Sie herausfinden, wenn Sie mit Ihren Kindern darüber reden. Nehmen Sie die Gefühle Ihrer Kinder ernst, spielen Sie sie nicht herunter und gehen Sie nicht in die Bewertung. Bleiben Sie neutral und wertschätzend. Sobald Sie herausgefunden haben, welche Bedürfnisse hinter den Streitereien stecken, können Sie agieren und Lösungen finden. Verstehen Sie auch, dass Ihre Kinder Sie nicht damit ärgern wollen, sondern dass es manchmal der einzige Weg ist, sich Ihnen mitzuteilen. Begegnen Sie Ihren Kindern mit Offenheit und seien Sie ihnen eine sichere Basis für all die aufkommenden Gefühle. Lernen Sie als Eltern, diese Gefühle auszuhalten. Auch, wenn das nicht einfach ist. Gutes Gelingen!

Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese per Post an RHEINPFALZ am SONNTAG, Beziehungskiste; Ostbahnstraße 12, 76829 Landau oder per E-Mail an ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.

Isabel Asaro arbeitet als systemische Therapeutin in Frankenthal. www.Isabel-Schroth.com

Info

Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.

Isabel Asaro schreibt alle zwei Wochen ihre Kolumne „Beziehungskiste“ in der RHEINPFALZ am SONNTAG.
Isabel Asaro schreibt alle zwei Wochen ihre Kolumne »Beziehungskiste« in der RHEINPFALZ am SONNTAG.
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