Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen Ludwigshafen klettern nach 35:30-Sieg auf den achten Platz

Torhungrig: Mex Raguse warf gegen den HSC 2000 Coburg neun Tore.
Torhungrig: Mex Raguse warf gegen den HSC 2000 Coburg neun Tore.

Die Eulen Ludwigshafen gewinnen das letzte Saisonspiel gegen den HSC 2000 Coburg mit 35:30. Das macht Platz acht in der Endabrechnung. Fünf Akteure werden verabschiedet, einer fehlt.

Noch einmal: eine tolle Stimmung in der Friedrich-Ebert-Halle. Noch einmal: eine kleine Berg- und Talfahrt. Noch einmal: viele Emotionen. „Ich bin froh, dass die Saison so ein Ende genommen hat“, sagte Geschäftsführerin Lisa Heßler nach dem Erfolg vor 1732 Zuschauern. Am Ende sprang der achte Rang heraus.

Fünf Spieler verabschiedete die Geschäftsführerin am Abend. Einer fehlte jedoch: Pascal Durak. Der langjährige Rechtsaußen lag krank im Bett und konnte nicht in der Friedrich-Ebert-Halle sein. Wegen einer Schulteroperation kam er in dieser Spielzeit nicht mehr zum Einsatz, er setzt seine Karriere bei der HG Oftersheim/Schwetzingen fort.

Tom Bergner: „Es war ein tolles Jahr“

Tom Bergner (zu GWD Minden), Kasper Manfeldt Hansen, Julius Meyer-Siebert (ASV Hamm) und Jannek Klein (1. VfL Potsdam) verlassen ebenfalls den Klub. Von jedem der Spieler gab es eine kleine Auswahl ihrer Tore auf der Videoleinwand zu sehen. „Es war ein tolles Jahr, ich bin stolz, dass ich hier spielen konnte“, sagte Tom Bergner. Es gibt aber ein schnelles Wiedersehen. Am ersten Spieltag treffen die Eulen auf GWD Minden. Zur Verabschiedung Kasper Manfeldt Hansens kam eigens sein Vater wieder mal aus Dänemark nach Ludwigshafen. Lisa Heßler lobte explizit auch seinen Einsatz für das HLZ. Kasper Manfeldt Hansen: „Es hat unfassbar Spaß gemacht, hier in der Halle zu spielen.“

„Eine tragende Säule“ – so charakterisierte Lisa Heßler Julius Meyer-Siebert, der als Nothelfer vom SC DHfK Leipzig kam. Er wird viele Menschen aus der Pfalz vermissen. Lisa Heßler pries die Entwicklung von Jannek Klein, der nach seiner Verletzung stärker zurückgekommen ist. „Es ist völlig verdient, dass wir ihn nächste Saison in der Bundesliga sehen“, meinte die Geschäftsführerin über den „gut erzogenen Kerl“.

 Mach’s gut! Trainer Johannes Wohlrab verabschiedet sich von Leistungsträger Jannek Klein.
Mach’s gut! Trainer Johannes Wohlrab verabschiedet sich von Leistungsträger Jannek Klein.
Jannek Klein: „Einmal Eule, immer Eule“

Über Flensburg und Barcelona kam er zu den Eulen. Sein Resümee: „Einmal Eule, immer Eule“. Klein stimmte bei Siegen immer die Humba an, er war der Vorsänger. Seine letzte Tat. Er hatte seinen Nachfolger zu bestimmen – und ließ die Zuschauer entscheiden. Am lautesten wurde bei Kian Schwarzer geklatscht. Ein Saarländer gibt bei den Eulen künftig den Ton an. Das war noch einmal eine Überraschung.

Das letzte Heimspiel der Saison – es war abermals ein flottes. Und für die Eulen ging es ja noch um etwas. Nur die ersten Zehn der Zweiten Liga qualifizieren sich für den DHB-Pokal, theoretisch hätten die Eulen, zu Spielbeginn Neunter, ja noch abrutschen können. Aber sie zerstreuten sofort jegliche Zweifel. Sie profitierten von einem Aussetzer Viktor Glatthards. Der Coburger foulte Jannek Klein nach knapp drei Minuten sehr hart – und sah zurecht die Rote Karte. Die Eulen nutzten das aus und schraubten das Ergebnis mit einem 6:1-Lauf auf die klare Führung von 7:2.

Ziga Urbic hält großartig

Die Mannschaft ging mit 17:12 in die Pause. Zu verdanken hatten sie diesen Vorsprung ihrem Torhüter Ziga Urbic, der eine großartige Leistung bot und auf eine Fangquote von über 40 Prozent kam. Aber auch der HSC 2000 hatte seinen besten Spieler zwischen den Pfosten: Kristian van der Mewe zeigte, warum er statistisch gesehen die Nummer eins ist in der Liga.

Die Eulen wären nicht die Eulen, wenn sie sich nicht eine kleine Auszeit nehmen würden. Das war am Samstag zwischen der 37. und 42. Spielminute der Fall, als Coburg von 18:23 auf 21:24 verkürzte. Da verlor das Team kurzzeitig seinen Rhythmus, machte im Angriff viele leichte Fehler. Da war Gefahr im Verzug.

Jugendspieler Frederik Zepp trifft beim Debüt

Kian Schwarzer sorgte jedoch für Entspannung. Der eingewechselte Linksaußen, mit einem sehr engagierten Auftritt nach der Pause, markierte das 25:21, die Eulen waren wieder auf Kurs. Sie waren nicht mehr gefährdet, holten den Erfolg. „Der Sieg war wichtig für den Kopf“, sagte Torhüter Ziga Urbic. Seine generelle Einschätzung? „Wir können es besser. Wir müssen es besser machen.“

Trainer Johannes Wohlrab bilanzierte: „Wir haben verdient gewonnen, es gab wieder unterschiedliche Phasen. Wir haben eine super erste Halbzeit gespielt. Danach ziehen wir im Gefühl des sicheren Sieges ein wenig die Handbremse an. Wir haben das Minimalziel erreicht.“

Schön: Jugendspieler Frederik Zepp feierte sein Debüt in der Zweiten Liga und trug sich auch gleich einmal in die Torschützenliste ein.

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