Eltern sind vielleicht nicht über jeden neuen Freund der Kinder froh, aber auch sie müssen eigene Erfahrungen sammeln.
Wenn die Kinder anfangen eigene Wege zu gehen, sollte man sie nicht überwachen – aber Kontakt halten.
„Mein Sohn ist im Teenageralter und hat eine Freundschaft, die mir ungesund vorkommt. Ich möchte wissen, was er tut, ihm aber nicht das Gefühl geben, ihn zu kontrollieren. Was soll ich tun?“
Liebe Ratsuchende! Sie befinden sich in einer verzwickten Lage: Einerseits wollen Sie Ihren Sohn nicht überwachen, andererseits wollen Sie nur das Beste für ihn. Zunächst stellt sich die Frage: Was genau kommt Ihnen an dieser Freundschaft ungesund vor? Hat Ihr Sohn bereits Dinge getan, die er ohne diesen Freund nicht getan hätte? Oder ist es eher ein Bauchgefühl, dass irgendetwas nicht stimmt und der Freund ihm nicht guttut? Kontrolle bringt Sie in diesem Fall vermutlich nicht weiter. Ihr Sohn wird spüren, dass Sie ihm nicht vertrauen oder ihm sogar hinterherspionieren. Das wäre für Ihre Beziehung nicht förderlich, und Ihr Sohn wird sich höchstwahrscheinlich erst recht nicht in seine Freundschaft hineinreden lassen. Auch Aussagen wie „Dein Freund ist kein guter Umgang“ oder „Der tut dir nicht gut“ sind auf Dauer keine Lösung. Drehen Sie den Spieß um und binden Sie den Freund in Ihr Familienleben ein. Laden Sie ihn zum Essen ein, nehmen Sie ihn auf Ausflüge mit oder bieten Sie an, die Jungs von A nach B zu fahren. So bleiben Sie im Kontakt mit Ihrem Sohn und lernen gleichzeitig den Freund besser kennen. Vielleicht relativiert sich dann Ihr Eindruck, und Ihr Gefühl wird besser. Begegnen Sie Ihrem Sohn auf Augenhöhe und schildern Sie ihm ruhig Ihre Sorgen in Bezug auf diese Freundschaft. Schimpfen oder Standpauken sollten Sie jedoch auf keinen Fall. Das würde Ihren Sohn eher abschrecken, und er würde noch mehr „sein eigenes Ding“ machen – und Ihnen weniger vertrauen. Vergessen Sie nicht, dass Ihr Sohn auch eigene Erfahrungen machen muss, selbst wenn sie am Ende vielleicht nicht gut ausgehen. Das gehört zum Erwachsenwerden dazu. Daher dürfen Sie sich auch ein wenig zurücklehnen: Beobachten Sie die Situation und greifen Sie nur im Ernstfall ein. Gutes Gelingen!
Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese per Post an RHEINPFALZ am SONNTAG, Beziehungskiste; Ostbahnstraße 12, 76829 Landau oder per E-Mail an ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.
Isabel Asaro arbeitet als systemische Therapeutin in Frankenthal.www.Isabel-Schroth.com
Info
Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.
Isabel Asaro schreibt alle zwei Wochen eine neue Kolumne in der RHEINPFALZ am SONNTAG.
Kennen Sie schon unseren Instagram-Account?
Geschichten über die Liebe in der Pfalz, Tipps von Beziehungscoaches und Paartherapeuten sowie viele weitere spannende Einblicke gibt es auf unserem Instgram-Account die_rheinpfalz.
Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.
Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.