Eishockey
Adler Mannheim sind in der Spitzengruppe der Liga angekommen und wollen dort bleiben
Mit einem breiten Grinsen drehte Tobias Fohrler rund zwei Minuten vor dem Spielende in Richtung eigener Bank ab, wo er nicht nur das obligatorische Abklatschen für einen Torschützen, sondern jede Menge herzliche Umarmungen erhielt. Das war weit mehr als eine Gratulation für den Treffer zum 4:1 ins leere Tor der Kölner Haie. Die hatten in Überzahl, Kristian Reichel saß für die Adler Mannheim auf der Bank, auch noch Torhüter Mirko Pantkowski vom Eis geholt und mit zwei Feldspielern mehr auf den Ausgleich gedrängt.
Das war auch mehr als die geteilte Erleichterung über den ersten Saisontreffer für den Verteidiger. Das war die geteilte Freude mit einem kompromisslosen Arbeiter, der sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt. Fohrler erhielt im Anschluss, gemeinsam mit seinem Verteidigungspartner Lukas Kälble, ein Sonderlob von Trainer Dallas Eakins: „Sie haben einen guten Job gegen die Reihe um Justin Schütz gemacht.“ Der gebürtige Kölner sah das im Anschluss wesentlich pragmatischer: „Ich glaube, das war für alle ein geiles Spiel und hat richtig Spaß gemacht.“
NHL-Star beeindruckt
Danach hatte es lange nicht ausgesehen, erst zum Ende des Spiels wurde das Ergebnis deutlich – durch den Sieg setzen sich die Adler in der Spitzengruppe der Liga fest. Doch im ersten Durchgang hatten die Haie mehr von der Partie. „Wir haben unseren Rhythmus nicht gefunden“, analysierte Eakins, der seine Truppe ab dem zweiten Durchgang besser im Spiel sah. „Natürlich war es dabei wichtig, dass wir in Führung gegangen sind“, sagte Lukas Kälble. Zuständig dafür war einmal mehr der Torschütze vom Dienst, Matthias Plachta, der die Vorlage von Verteidiger Zach Leslie per Direktabnahme ins Netz zimmerte (30.). Da staunte auch ein ganz besonderer Gast in der SAP-Arena: „Das war ein ziemlich guter Schuss. Der Torwart hatte immerhin freie Sicht. So hart konnte ich nicht schießen“, kommentierte der Schwede Peter Forsberg, Mitglied der Hall of Fame, der besten Spieler der nordamerikanischen Hockeyliga NHL. Torschütze Plachta verriet bei einer Spielunterbrechung das weitere Vorgehen der Adler: „Wir müssen in unserem System bleiben, also hart arbeiten, gut verteidigen und schnell nach vorne spielen.“
Gesagt, getan. Die Adler ließen auch im weiteren Verlauf wenig zu. Lukas Kälble analysierte das immer besser greifende Defensivkonzept: „Die Stürmer arbeiten gut nach hinten.“ Außerdem hätten die beiden Torhüter Arno Tiefensee und Felix Brückmann mit einigen tollen Paraden ebenfalls ihren Anteil daran, dass die Adler in den beiden vorangegangenen Begegnungen ohne Gegentor blieben. Tiefensee beendete diese Serie gegen die Haie, musste nach dem Treffer von Moritz Müller (47.) erstmals wieder hinter sich greifen. Gut, dass Mannschaftskapitän Marc Michaelis zuvor auf 2:0 erhöht hatte (44.) und Luke Esposito in Überzahl zum 3:1 (51.) traf. Fohrler machte dann mit seinem Premierentreffer im Trikot der Adler endgültig alles klar.
Für Lukas Kälble hat die Arbeit damit aber erst begonnen: „Wir haben in den letzten Spielen gezeigt, dass wir zu Recht mit da oben stehen, aber um ein echtes Spitzenteam zu sein müssen wir auch da oben bleiben.“ Selbstverständlich auch nach dem Spitzenspiel bei den Eisbären Berlin. Los geht es in der Hauptstadt am Sonntag um 14 Uhr.
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