Rheinland-Pfalz Zur Sache: Hilfe für „Systemsprenger“

Für Kinder und Jugendliche, bei denen die Jugendämter, Schulen, die Polizei und andere Kräfte vor Ort immer wieder an ihre Grenzen kommen, will das Land „Fallkonsultationsteams“ mit externen Fachleuten einrichten. Bei den Betroffenen gehe es um „Systemsprenger“, sagt der Leiter der Abteilung Familie, Kinder und Jugend des Mainzer Familienministeriums, Klaus Peter Lohest. Auch wenn dies kein Fachbegriff in der Kinder- und Jugendhilfe sei, beschreibe er die schwierige Gruppe von Kindern und Jugendlichen treffend, sagt er. Es sind junge Menschen, die bereits mehrere Maßnahmen abgebrochen haben, die weder in die Kinder- und Jugendpsychiatrie passen noch in eine Einrichtung der Jugendhilfe. Und manchmal sind es Kinder, die für die Justizvollzugsanstalt zu jung sind. Die Häuser des Jugendrechts, von denen es eines in Ludwigshafen gibt, kennen Fälle von strafunmündigen Intensivtätern, also Kindern unter 14 Jahren, bei denen sie nicht mehr weiter wissen. In diesen Häusern arbeiten Jugendhilfe, Polizei und Justiz zusammen. In den Fallkonsultationsteams können je nach Bedarf sechs bis acht überregionale Kräfte die Verantwortlichen vor Ort in Fallkonferenzen unterstützen, sagt die stellvertretende Abteilungsleiterin Claudia Porr. Bei den Experten könne es sich beispielsweise um Psychologen, Suchtberater oder Polizeikräfte aus ganz Rheinland-Pfalz handeln. Das Land stelle die Fachleute der verschiedenen Disziplinen zur Verfügung, beim Landesjugendamt werde eine Geschäftsstelle eingerichtet, an die sich die Jugendämter wenden können. Der Bedarf einer solchen landesweiten Arbeitsgemeinschaft, bei der Betreuungskonzepte für „Systemsprenger“ entwickelt werden, habe sich aus Gesprächen mit Jugendämtern und Jugendhilfeeinrichtungen ergeben.
