Rheinland-Pfalz
Zur Sache: Angehörige und Bekannte mit Urteil zufrieden

Familienangehörige und Bekannte des ermordeten Ludwigshafener Unternehmers Ismail Torun zeigten sich mit dem Strafmaß des Landgerichtes Frankenthal gegen die drei Angeklagten zufrieden. Fatma Torun, die Witwe des Ermordeten, sagte gegenüber der RHEINPFALZ: „Sie haben die Strafe bekommen, die sie bekommen sollten. Insofern war das Strafmaß für mich keine Überraschung.“ Die Urteilsverkündung bedeute aus ihrer Sicht allerdings keinen Schlussstrich unter die Angelegenheit. Es gebe Fragezeichen bezüglich der damals bei der Entführung diensthabenden Polizeibeamten, ob sie ihre Arbeit angemessen getan hätten. „Diese Frage beschäftigt mich sehr. Sie könnten fahrlässig beziehungsweise nicht mit dem nötigen Ernst gehandelt haben“, sagt sie und kündigt juristische Schritte an. Sie möchte aber vorerst das endgültige Ende des Prozesses abwarten, etwa zu welchem Ergebnis die von den Verurteilten zu erwartenden Revisionsanträge gegen das Urteil führen.
Vertrauen in Rechtsstaat
Auch Hasan Dogan, Inhaber eines Supermarktes in Ludwigshafen, ist mit dem Urteil zufrieden. „Das Strafmaß haben wir so erwartet. Die Verurteilten haben ihre verdiente Strafe bekommen“, sagte er zur RHEINPFALZ. Das Urteil habe sein Vertrauen in den Rechtsstaat in Deutschland aufs Neue gestärkt. Dafür sei er dankbar. Dogan ist einer der Geschäftsmänner, auf den das Trio es auch abgesehen hatte. Noch vor der Entführung von Ismail Torun habe die Verurteilte mit dem Vorwand, in Worms ein Gebäude für einen Supermarkt kaufen und dazu seinen Rat einholen zu wollen versucht, ihn dahin zu locken. Er habe es aber abgelehnt, nach Worms zu fahren, was ihm möglicherweise das Leben gerettet habe. „Das Urteil ist angemessen. Der Rechtsstaat hat sich gezeigt. Ich denke, wir sind alle mit dem Urteil zufrieden“, findet auch Ender Önder, Vorsitzender des Türkisch-Deutschen Unternehmerverbandes Pfalz mit Sitz in Ludwigshafen. Ismail Torun war eines der Gründungsmitglieder des Verbandes gewesen. Die Unternehmer seien froh, dass die Bedrohung vorbei ist, die von dem Trio ausging. „Anfangs hatten wir die Vermutung und Befürchtung, dass die Bande aus mehr als drei Mitgliedern bestehen könnte. Dies hat sich nicht bewahrheitet. Deshalb sind wir froh, dass das Ganze vorbei ist“, so Önder. Wenn die Bande nicht gefasst worden wäre, hätte es womöglich noch andere Opfer gegeben. Die Angeklagten hätten bereits drei oder vier weitere Unternehmer im Visier gehabt.
