Rheinland-Pfalz Wie Lebensmittel-Retter mit Supermärkten zusammenarbeiten
Menschen tauchen mit Stirnlampe und Handschuhen bewaffnet in Müllcontainer von Supermärkten und machen sich strafbar beim Versuch, Lebensmittel vor der Tonne zu retten. Supermärkte schließen die Tonnen ab und sperren sie hinter Gitter, damit genau das nicht passiert. Ein Beispiel aus der Pfalz zeigt, wie Märkte und Foodsaver auf Augenhöhe zusammenarbeiten können.
Anna Krämer aus Haßloch hat mit dem Retten von Lebensmitteln begonnen, als es noch lange nicht salonfähig war. Während sie heute nach Absprache mit Filialleitern am helllichten Tag in die Märkte marschiert und gepackte Kisten ins Auto lädt, hat sie sich noch vor über zehn Jahren nach Ladenschluss aufs Gelände geschlichen und die Lebensmittel aus dem Müll geholt. Während ihres Studiums in Stuttgart ging die 34-Jährige containern. Schon damals hat sie erfahren: Einige Supermärkte halfen den Foodsavern. Es war ein Mit- statt einem Gegeneinander. Sie nennt das Containern von damals eine "stillschweigende Kooperation". Sie habe als Studentin nie Schlösser geknackt und sei nie über Zäune geklettert, sagt sie. In den Wohngemeinschaften der Lebensmittel-Retter hätten Schlüssel zu den Müllhäusern der Märkte gelegen. Woher die genau kamen, habe sie nie erfahren. Die Studenten wussten auch, wann die sicherste Zeit zum Containern war, und immer wieder standen die genießbaren Lebensmittel bereits in gepackten Kisten vor den Tonnen. Es war klar: Die Supermärkte legten den Lebensmittel-Rettern keine Steine in den Weg.