Rheinland-Pfalz Wie geht es eigentlich der Buche?

Kinga Janosi von Landesforsten schaut sich die Krone einer Buche im Lennebergwald an.
Kinga Janosi von Landesforsten schaut sich die Krone einer Buche im Lennebergwald an.

In Rheinland-Pfalz läuft eine Buchenaustriebsinventur. Sie soll Auskunft darüber geben, wie diese Haupt-Baumart mit dem Klimawandel zurechtkommt.

Bei der Inventur werden Buchen an 800 Orten im Bundesland gleichzeitig untersucht. Nach Angaben von Klimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne) ist die Buche mit 23 Prozent die häufigste Baumart in den Wäldern des Landes. Bei jungen Bäumen macht sie sogar einen Anteil von 43 Prozent aus, weil Mischwälder als zukunftssicherer gelten als Nadelwälder. Nach Angaben der Ministerin soll der Buche auf einer wissenschaftlich gesicherten Grundlage bestmöglich geholfen werden, damit sie sich als Luft-, Klima-, Wasser-, Arten- und Bodenschützer behaupten und den klimafreundlichen Rohstoff Holz liefern kann. Eder hatte sich im Lennebergwald bei Mainz einem Team von Forstleuten von Landesforsten Rheinland-Pfalz bei der Inventurangeschlossen.

Zumindest dieser Zweig zeigt keine Auffälligkeiten.
Zumindest dieser Zweig zeigt keine Auffälligkeiten.

„Wir erheben Informationen über die Blattmasse und den Anteil abgestorbener Äste der Baumkronen und halten fest, auf welcher Art von Boden sie stehen“, erläuterte Andreas Hill, der die Datenerhebung leitet. Außerdem geht es um das Baumalter, Nachbarbäume und die Auswirkungen von dichten Beständen oder mehr Sonneneinstrahlung aufgrund natürlicher Absterbeprozesse oder Durchforstungen. Satellitenbilder hätten ergeben, dass im Juni landesweit alle Buchen ihren vollen Austriebszustand erreicht haben. Dies garantiere eine Vergleichbarkeit der Beobachtungen.

Klimawandel setzt Buchen zu

Die Inventur findet nach 2021 zum zweiten Mal statt, mit den Ergebnissen ist gegen Ende des Jahres zu rechnen. Zusammen mit Erkenntnissen aus anderen Untersuchungen sollen auf ihrer Grundlage Handlungsempfehlungen für die Forstleute erarbeitet werden.

Nach den extremen Trocken- und Hitzejahren seit 2018 gibt es inzwischen auch verstärkt Schäden an Buchen: Blätter treiben nicht mehr aus oder fallen herunter, Äste und ganze Kronenteile sterben ab. Im Extremfall stirbt der ganze Baum. Doch anders als Fichten, die früher oft wegen ihres schnellen und geraden Wuchses überall gepflanzt wurden, aber als Flachwurzler sowohl bei Wassermangel als auch bei Stürmen schnell Probleme bekommen, kommen Buchen von Natur aus an verschiedenen Standorten in unterschiedlichen Höhenlagen vor. Deshalb sind Schäden besonders besorgniserregend.

Wälder speichern noch CO2

Nach Einschätzung Eders ist der Walderhalt am besten mit Mischwäldern zu schaffen. Rheinland-Pfalz liege mit 85 Prozent Mischwaldanteil und 81 Prozent mehrschichtigen Wäldern deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 79 und 77 Prozent. „Anders als in anderen Regionen Deutschlands speichern unsere Wälder nach wie vor CO2 und helfen damit dem Klima“, betonte Eder. Einen Beleg dafür liefert sie nicht.

6132637_1_org_Pfaelzerwald_Newsletter_-_Contentbox_16_x_9

Kennen Sie schon unseren Pfälzerwald-Newsletter?

Wo gibt es neue Wanderwege? Siedelt sich wirklich ein Wolfsrudel im Pfälzerwald an? Welche Hütten haben zur Zeit offen? Jeden Donnerstag schreiben RHEINPFALZ-Autorinnen und -Autoren aus der gesamten Pfalz über Themen rund um den Pfälzerwald. Jedes Mal mit Ausflugstipp!

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

x