Mannheim Was die Ermittler Neues über den tatverdächtigen Amokfahrer sagen

Die Polizei durchsuchte die Wohnung des Fahrers in Ludwigshafen.
Die Polizei durchsuchte die Wohnung des Fahrers in Ludwigshafen.

Die Ursache für die Amokfahrt in Mannheim liegt nach Ansicht der Ermittler in einer psychischen Erkrankung des Tatverdächtigen. Die Anzahl der Verletzten ist gestiegen.

Wie Staatsanwaltschaft Mannheim und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg am Mittwoch weiter mitteilten, gebe es umfangreiche ärztliche Unterlagen und eine Vielzahl von Zeugenaussagen, die eine psychische Erkrankung belegen. Der mutmaßliche Amokfahrer habe sich in der Vergangenheit regelmäßig in psychiatrischer Behandlung befunden, zuletzt im vergangenen Jahr auch stationär.

Hinweise auf mögliche Kontakte des 40-jährigen Ludwigshafeners ins rechtsextreme Milieu im Jahr 2018 sind den Behörden bekannt und werden geprüft. Bei den bisher gesichteten Beweismitteln seien aber keinerlei Anhaltspunkte für eine extremistische Gesinnung des Tatverdächtigen gefunden worden. Die Ermittler gehen den Hinweisen nach, sehen darin bisher aber keinen Bezug zu der Amokfahrt. Bei der Suche nach dem Motiv konzentriere man sich auf die psychische Erkrankung des Täters.

Noch drei Verletzte im Krankenhaus

Gerüchte über Bezüge zum Rechtsextremismus. Auf der Plattform „Exif“, nach eigenen Angaben eine unabhängige, antifaschistische Rechercheplattform, werden Bezüge des Tatverdächtigen aus Ludwigshafen zu einer rechtsextremen Organisation namens „Ring Bund“ hergestellt. Diese Organisation soll von zwei Personen aus Bayern geführt worden sein, die außerdem einem Waffenhandelsring angehörten. Auf einer Liste dieser Waffenhändler habe 2018 der Name des Amokfahrers gestanden, so „Exif“. Das rheinland-pfälzische Innenministerium teilte auf Anfrage mit, dass dem Verfassungsschutz Rheinland-Pfalz zum „Ring Bund“ keine Erkenntnisse vorliegen. Angaben zu Einzelpersonen machen die Verfassungsschützer nicht.

Bei der Amokfahrt wurden eine 83 Jahre alte Frau und ein 54 Jahre alter Mann getötet sowie 14 Personen verletzt – darunter ein zweijähriges Kind. Nach Angaben der Kliniken befinden sich noch drei Verletzte in stationärer Behandlung. Das Kleinkind habe am Mittwoch nach Hause entlassen werden können.

Gegen den 40-Jährigen war am Dienstag Haftbefehl wegen Mordes in zwei Fällen, versuchten Mordes in fünf Fällen jeweils in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung in elf Fällen erlassen worden. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft und hat sich bisher nicht zur Tat geäußert.

In einem Interview mit der RHEINPFALZ erklärt ein Experte, was mit psychisch kranken Straftätern passiert.

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