Corona Warten auf den Impfstoff

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Fragen und Antworten: Die nächsten drei Wochen wird es in den Impfzentren des Landes eher ruhig zugehen. Nur Zweitimpfungen sind vorgesehen. Auch in Altenheimen werden bereits Impftermine verschoben. Ab Mitte/Ende Februar gibt es noch immer keine Zusagen für Vakzinlieferungen, sagt das Gesundheitsministerium.

Wegen Lieferengpässen des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer werden in den Impfzentren in Rheinland-Pfalz in den nächsten drei Wochen, wie angekündigt, ausschließlich zweite Spritzen gesetzt, bestätigte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Mittwoch. Die Erstimpfungen werden solange ausgesetzt.

Wann gibt es wieder Impftermine?
Das ist noch völlig offen, sagt das Ministerium. Alles hänge an Impfstoff-Lieferungen. Empfohlen wird jedoch allen über 80-Jährigen und Angehörigen der Prioritätengruppe 1, sich weiter über die Internetseite oder die Telefon-Hotline für einen Termin in einem Impfzentrum zu registrieren. Sobald neue Termine zu vergeben sind, wird automatisch per Post oder E-Mail informiert. Das gelte auch für die aktuell 124.000 Personen im „Terminpool“. Auch ambulante Pflegekräfte sollen sich bald als Gruppe anmelden können.

Wann kommt neuer Impfstoff?
Bislang gibt es laut Angaben der Gesundheitsministerin vom Bund nach wie vor keine konkreten Angaben zu Lieferterminen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer nach dem 15. Februar oder des US-Herstellers Moderna ab Anfang März. Das Bundesgesundheitsministerium ließ eine entsprechende Anfrage am Mittwoch unbeantwortet. Bätzing-Lichtenthäler geht weiter davon aus, allen Rheinland-Pfälzern bis nach den Sommerferien einen Impftermin anbieten zu können – sofern ab Mitte Februar zugesagter Impfstoff ankomme. Spätestens im zweiten Quartal sei laut Bund mit deutlich größeren Mengen an Impfstoff zu rechnen.

Wann kommen Bettlägerige dran?
Auch das ist noch nicht klar. Gemeinsam mit dem Hausärzteverband wird laut Ministerium an einer Impfstrategie für Pflegebedürftige über 80 Jahren, die in den eigenen vier Wänden leben, gearbeitet. Die Forschung habe ergeben, dass der Impfstoff von Biontech in speziellen Boxen doch transportfähig sei und zu Hause gespritzt werden könne – Beginn jedoch nicht vor Mitte/Ende Februar.

Gibt es Sonderregelungen für Schwerstkranke?
Gemäß einer neuen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) will das Land in Einzelfällen Menschen mit seltenen, schweren Vorerkrankungen früher eine Impfmöglichkeit geben, als dies die Reihenfolge nach Alter vorgibt. Ein Antragsformular wird voraussichtlich Ende der Woche auf der Internetseite des Ministeriums stehen. Gegen die Einzelfallentscheidungen ist der Rechtsweg möglich. Jüngst wurde der 30-jährige schwerstbehinderte Beatmungspatient Benni Over aus dem Kreis Neuwied sowie seine ihn pflegenden Eltern gegen das Coronavirus geimpft. Bislang gehe es um „nicht mehr als 30 Fälle“.

Wie ist die Situation in den Altenheimen?
Altenheime sind nach wie vor Corona-Hotspots. Bei Erklärungsversuchen zu den Ursachen bleibt das Ministerium wortkarg. Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht, heißt es. Von 42.560 Bewohnern in den rheinland-pfälzischen Heimen seien drei Prozent infiziert – das ist etwa das Zehnfache verglichen mit der landesweiten Quote (unter allen Altersgruppen). Ein größerer Heimbetreiber in der Pfalz hätte sich nach RHEINPFALZ-Informationen eine striktere Teststrategie in den Heimen für Besucher gewünscht. Besucher müssen nach Landesvorgaben nur dann einen Test machen, wenn das Heim in einer Kommune mit einem Sieben-Tage-Inzidenzwert über dem Landesschnitt liegt. Ansonsten ist es eine „Kann-Regelung“.

Wo und wann wird nach Virus-Mutationen gesucht?
Anders als etwa im Saarland und in Baden-Württemberg sind in Rheinland-Pfalz bislang keine Fälle einer neuen, besonders ansteckenden Variante des Coronavirus entdeckt worden. Das hat das Gesundheitsministerium in Mainz am Mittwoch bestätigt. In Deutschland wird jedoch bislang nicht systematisch nach Virus-Mutanten gesucht – ganz anders als in Großbritannien und Dänemark. Rheinland-Pfalz bereitet sich jetzt auf die Sequenzierung vor: Solche Untersuchungen sollen künftig an der Unimedizin Mainz, bei dem Unternehmen Bioscientia in Ingelheim sowie beim Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) für Labormedizin Koblenz-Mittelrhein stattfinden. Bioscentia ist laut Ministerium nach Firmenangaben bereit zur Sequenzierung von zirka 1500 Untersuchungen pro Woche. Der Bund zahlt demnach für die Sequenzierung jedoch nur für maximal fünf Prozent aller wöchentlichen positiven Coronatests.

Was ändert sich bei den Ausgangssperren?
Bei der Ausgangsbeschränkung zeichnet sich in der Vorderpfalz ab nächster Woche ein unterschiedliches Vorgehen ab. Im Rhein-Pfalz-Kreis soll es zwischen 21 und 5 Uhr weiterhin nur erlaubt sein, mit triftigem Grund das Haus zu verlassen. Die Stadt Speyer plant hingegen, diese Beschränkung aufzuheben. Grund ist laut Verwaltung das niedrigere Infektionsgeschehen: Aktuell hat Speyer einen Inzidenzwert von 81,1.

 

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