Rheinland-Pfalz Wärme gibt Reben starken Schub

Erst vereinzelt hat bei Pfälzer Reben die Blüte angefangen, bald dürfte sie aber voll einsetzen.
Erst vereinzelt hat bei Pfälzer Reben die Blüte angefangen, bald dürfte sie aber voll einsetzen.

«NEUSTADT.»Die Rebblüte in der Pfalz steht kurz bevor – womit sie diesmal nicht so extrem früh beginnt wie im Vorjahr. In der Folge rechnen Fachleute in diesem Jahr auch nicht mit einem besonders zeitigen Start der Hauptweinlese.

Vorige Woche hatten die Pfälzer Reben in ihrer Entwicklung im Vergleich zu 2018 sogar noch um etwa zwei Wochen zurückgelegen. Die relativ kühlen Temperaturen im Mai hatten „mehr oder minder eine Stagnation zur Folge“, erklärte Jürgen Oberhofer, Leiter der Gruppe Weinbau am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz in Neustadt. Aufgrund des Umschwungs zu Sommerwetter wurde der Rückstand inzwischen jedoch ein Stück weit aufgeholt: „Die paar warmen Tage haben gereicht, um die Reben Vollgas geben zu lassen. Jetzt geht’s turbomäßig ab“, sagte der Fachmann gestern. Er nimmt an, dass es wohl übers Pfingstwochenende zumindest in „frühen“ Lagen richtig losgehen wird mit der Blüte – wovon sich vereinzelt bereits Vorboten zeigten. Zeitlich würde dies dem 30-jährigen Mittel entsprechen. Bei Riesling in Neustadt ist das nach Aufzeichnungen des DLR der 9. Juni. In diesem Fall stünde laut Oberhofer zu erwarten, dass die Hauptweinlese dieses Jahr wahrscheinlich erst in der zweiten September-Hälfte anfangen kann. Zugrunde liegt dieser Einschätzung die alte Faustformel, wonach etwa 100 bis 110 Tage nach der Vollblüte der Reben ihre Trauben reif sind. Den Ansatz für die mögliche Fruchtbildung bewertet Oberhofer als „recht gut“. Den Winter haben die Pfälzer Reben unbeschadet überstanden, wie er zurückblickend sagte. Spätfrostschäden habe es nur „sehr vereinzelt“ gegeben. Der Gesundheitszustand sei bisher sehr gut. Auch bezüglich der Wasserversorgung gibt es derzeit nichts zu klagen – „sie ist zufriedenstellend“. Ändern könnte die Situation sich allerdings, wenn es in diesem Sommer wieder so extrem trocken würde wie voriges Jahr.

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