Rheinland-Pfalz
Viabus stellt Insolvenzantrag – viele Linien in der Pfalz betroffen
In der vergangenen Woche hat die Ludwigshafener BRH Viabus GmbH die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das Unternehmen betreibt unter anderem in der Südpfalz zehn Buslinien sowie in Ludwigshafen den internen Busverkehr in der BASF.
„Das ist erschreckend. Der Insolvenzantrag kam völlig unerwartet für die Beschäftigten“, sagte der Mainzer Verdi-Gewerkschaftssekretär Marko Bärschneider am Montag auf Anfrage. Er habe sich beim vorläufigen Insolvenzverwalter Nils Meißner (Essen) dafür eingesetzt, dass das Insolvenzgeld für September, Oktober und November vorfinanziert wird. Damit sind die Löhne und Gehälter der rund 330 Mitarbeiter für diese drei Monate abgesichert, bestätigte Insolvenzverwalter Meißner. „Wir prüfen unverzüglich sämtliche Fortführungsoptionen“, so der Rechtsanwalt weiter. Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb des Unternehmens mit 170 Fahrzeugen an den pfälzischen Standorten Ludwigshafen und Herxheim sowie an den südhessischen Standorten Offenbach, Bad Vilbel, Langen und Erlensee weiterzuführen.
Bisher keine Beeinträchtigungen im Betrieb
Dies scheint zumindest derzeit der Fall zu sein: „Seit dem Insolvenzantrag sind uns keine Beeinträchtigungen im Betrieb gemeldet worden“, sagte Axel Thiemann vom Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) in Mannheim auf Anfrage. „Damit haben wir ein wenig Luft falls die Verkehre doch eingestellt werden müssen.“ Nach seinen Worten betriebt Viabus in der Südpfalz zehn Linien im öffentlichen Personennah- und Schülerverkehr, nämlich: 550 Landau – Germersheim 552 Landau – Rheinzabern 554 Kandel – Herxheim 555 Landau – Rülzheim (Hördt) 556 Jockgrim – Landau 557 Neupotz – Landau 558 Landau – Herxheim 559 Bellheim/Hochstadt – Herxheim 595 (Rheinzabern) Neupotz – Germersheim 596 Lingenfeld – Rülzheim „Auswirkungen des Insolvenzverfahrens konnten wir bisher noch nicht feststellen“, hieß es auch beim Kreis Südliche Weinstraße. Bei der Kreisverwaltung Germersheim ist für Dienstagvormittag ein Gespräch zur Frage angesetzt, wie der Busbetrieb sichergestellt werden kann. Seit April 2015 führt BRH Viabus als Generalunternehmen den internen Busverkehr bei der BASF in Ludwigshafen durch, bestätigte eine BASF-Sprecherin. Der Chemiekonzern sei über den Insolvenzantrag informiert worden. Derzeit werde der interne Busverkehr fahrplanmäßig weiterbetrieben. Darüber hinaus ist Viabus laut Insolvenzverwalter Meißner auch in Frankenthal aktiv.
Muttergesellschaft MET bereits insolvent
Viabus wurde nach Meißners Angaben 1977 in Speyer gegründet und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von 20 Millionen Euro. Nach Informationen der RHEINPFALZ hat das Unternehmen erst in diesem Jahr seinen Sitz und den Betriebshof von Speyer nach Ludwigshafen verlegt. Viabus ist ein Tochterunternehmen der Metropolitan European Transports (MET) Deutschland mit Sitz in Essen. Über die Vermögen des Unternehmens MET Deutschland sowie der Axel Tücks GmbH mit Sitz im rheinland-pfälzischem Prüm wurden bereits Anfang August Insolvenzverfahren eröffnet. Die Tücks GmbH bedient den öffentlichen Personennah- und Schülerverkehr unter anderem in der Eifel sowie in der Region Koblenz/Neuwied. Verdi-Sekretär Bärschneider rechnet damit, dass das wegen der Muttergesellschaft MET zuständige Amtsgericht Essen im Dezember über den Viabus-Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens entscheiden wird. Sollte sich abzeichnen, dass ein Weiterbetrieb für Viabus nicht möglich sein wird, „dann sollten die Kollegen die Beine in die Hand nehmen“, rät Bärschneider. Schließlich gebe es derzeit auf dem Arbeitsmarkt kaum arbeitslose Busfahrer – „die Kollegen brauchen sich also keine Sorgen zu machen“. Insolvenzverwalter Meißner betont: In den kommenden Tagen und Wochen wolle er in Gesprächen mit Auftraggebern und Kunden die Grundlage dafür schaffen, den Viabus-Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und weiterzuführen.