Rheinland-Pfalz Verfolgungsjagd durch drei Bundesländer

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«Worms/Fürth.»Zwei Männer haben gestern im mittelfränkischen Fürth einen Geldautomaten gesprengt und sind nach einer spektakulären Verfolgungsjagd durch drei Bundesländer und über 300 Kilometer in Worms festgenommen worden. Zuvor war ein Streifenwagen mit dem Fluchtauto zusammengestoßen. Dies sei aber kein gezielter Zugriff gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Nach Angaben der Polizei hatten die Männer gestern in den frühen Morgenstunden den Automaten in Fürth detonieren lassen. Dabei stahlen sie ersten Erkenntnissen zufolge auch Bargeld. Angaben zur Höhe der Beute wollten die Ermittler zunächst nicht machen. Anschließend flüchteten die Täter mit ihrem Wagen – ein VW Tuareg. Bei der ausgelösten Großfahndung versuchten Beamte einer bayerischen Polizeiinspektion, die Täter aufzuhalten. Der Fahrer des Fluchtautos beschleunigte jedoch nach Polizeiangaben auf über 200 km/h. Die Täter rasten dann auf der Autobahn in Richtung Frankfurt am Main, wie es weiter hieß. Verfolgt von mehreren Polizeistreifen und einem Hubschrauber steuerten die Männer das Fluchtauto weiter in Richtung Mainz. Ein Polizeisprecher: „Es war eine lückenlose Verfolgung.“ Bei Worms griff die Polizei am Morgen dann zu – nach mehr als 300 Kilometern Flucht. Zuvor waren das Fluchtauto und ein Streifenwagen auf der Autobahn kollidiert, dabei wurden zwei Polizisten leicht verletzt. Geplant war dieser Zusammenstoß aber offensichtlich nicht. „Das war kein gezielter Zugriff“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mainz. Dafür spricht auch, dass das Fluchtauto zunächst auf einen Lkw aufgefahren sein soll. Die beiden Täter im Alter von 26 und 31 Jahren hätten sich daraufhin widerstandslos festnehmen lassen. Wollten Täter nach Holland? Im Fahrzeug habe sich Beweismaterial befunden, das auf die Geldautomaten-Sprengung in Fürth hindeute. Zur Nationalität der beiden festgenommen könne man noch keine Angaben machen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Nach RHEINPFALZ-Informationen kam das Fahrzeug aus Holland. Dies erklärt möglicherweise auch, warum die Täter Richtung Hessen und Rheinland-Pfalz flüchteten. Die sich häufenden Geldautomaten-Sprengungen in Deutschland gehen nach Erkenntnissen der Ermittler meist auf das Konto gut organisierter und professioneller Banden aus Holland oder Südosteuropa. Im August waren beispielsweise in Holland von einer Spezialeinheit vier Männer festgenommen worden, die für die Sprengung von Geldautomaten in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg verantwortlich sein sollen. In der Pfalz waren Geldautomaten zuletzt in Klingenmünster (Kreis Südliche Weinstraße), Dannstadt-Schauernheim (Rhein-Pfalz-Kreis) und Landau gesprengt worden. Der Fall in Klingenmünster ist die 13. Sprengung eines Geldautomaten in Rheinland-Pfalz im Jahr 2019. Im Vorjahr 2018 wurden insgesamt 26 Fälle registriert.

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