Rheinland-Pfalz
Team Schweitzer: So hat sich die Landesregierung verändert
Drei Jahre nach Beginn der Legislaturperiode und zwei Jahre vor der nächsten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hat sich in der Landesregierung personell viel verändert. Innerhalb der Ampel sind nur die FDP-geführten Ministerien gleich geblieben. Die Übernahme der Regierungsverantwortung durch den vormaligen Sozialminister, den Südpfälzer Alexander Schweitzer (SPD), vor knapp einem Monat hat die meisten Veränderungen ausgelöst.
Als Chef der Staatskanzlei löste Fedor Ruhose (42) Fabian Kirsch (beide SPD) ab. An dieser Schaltstelle der Macht ist es üblich, dass ein Regierungschef enge Vertraute beruft. Ruhose arbeitet seit 2013 eng mit Schweitzer zusammen. Er war Leiter seines Ministerbüros, Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Landtag und ab 2021 Staatssekretär im Sozialministerium. Ruhose ist Volkswirt und wurde 2023 mit einer Arbeit über die AfD im Bundestag in Bonn zum Dr. phil. promoviert. Ruhose lebt mit seiner Familie in Wiesbaden.
Innenressort: Stich wird Staatssekretär
Minister für Inneres und Sport wurde der frühere Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (57) im Oktober 2022. Er folgte Roger Lewentz, der im Zusammenhang mit der Aufklärung der Ahrflut zurückgetreten war. Einen Monat später, im November 2022, wurde Simone Schneider (52, SPD) Staatssekretärin und Amtschefin im Innenministerium. Sie wechselte von der Spitze der Zentralabteilung in der Staatskanzlei, nachdem Innenstaatssekretär Randolf Stich wegen einer Erkrankung, an der er später starb, sein Amt aufgeben musste. Schneider ist für die kommunalen Themen zuständig, für Sport und für Kulturelles Erbe. Geboren ist die Juristin in Rheinbach (Nordrhein-Westfalen). Seit 2007 ist sie in der Verwaltung der Landesregierung. Mit ihrer Familie lebt die Mutter zweier Kinder in Taunusstein (Hessen).
Seit Juli 2024 ist der gebürtige Kaiserslauterer Daniel Stich (47, SPD) ebenfalls Staatssekretär im Innenministerium. Er ist für Polizei, Verfassungsschutz, für den Brand- und Katastrophenschutz und für die Streitkräfte zuständig. Der in Mainz, Nottingham und Rom ausgebildete Politikwissenschaftler war bereits von 2006 bis 2014 Referent im Innenministerium und in der Staatskanzlei. Danach wechselte er in die Landes-SPD als Geschäftsführer und dann als Generalsekretär. 2021 wurde er Ministerialdirektor im Gesundheitsministerium. Stich, Mitglied im Aufsichtsrat des FCK, lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Mainz.
Gesundheit: Steingaß wechselt das Haus
Seine Amtsvorgängerin, Nicole Steingaß (45, SPD), wurde Staatssekretärin und Amtschefin im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit. Dort ist sie für den Bereich Gesundheit zuständig. Die Pfälzerin, geboren in Grünstadt, hat in Mainz Politikwissenschaft, Öffentliches Recht und Soziologie studiert. Als Mitarbeiterin des damaligen Landtagsabgeordneten des Donnersbergkreises, Rudolf Franzmann, stieg sie 2005 in die Landespolitik ein. 2006 wechselte sie in den Landesdienst, zunächst als persönliche Referentin des damaligen Wirtschaftsstaatssekretärs Carsten Kühl. Bevor sie 2019 Innenstaatssekretärin wurde, leitete Steingaß das Büro des damaligen Ministers Lewentz. Die Nordpfälzerin wohnt in Mainz.
Dort wohnt auch die gebürtige Kielerin Katharina Heil (43). Sie ist seit Juli Ministerialdirektorin im Gesundheitsministerium. Heil kennt das Haus als frühere Grundsatzreferentin. Die Politikwissenschaftlerin und Soziologin leitete außerdem die Stabsstelle Studiengangentwicklung an der Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Zuletzt war sie Ständige Vertreterin des Generalsekretärs der Kultusministerkonferenz (KMK).
Schall übernimmt für Schweitzer
Komplett verändert hat sich die Hausspitze im Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung, nachdem Schweitzer Ministerpräsident wurde. Er berief Dörte Schall (46, SPD) zu seiner Nachfolgerin. Schall ist in Ludwigshafen geboren, hat dort am Geschwister-Scholl-Gymnasium Abitur gemacht. Die Juristin war zuletzt Stadtdirektorin und Beigeordnete der Stadt Mönchengladbach und davor unter anderem Gewerkschaftssekretärin der IG BCE. Schall wohnt mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Bonn.
Neuer Staatssekretär ist Denis Alt (43, SPD), in gleicher Funktion war er zuvor im Gesundheitsministerium. Der promovierte Volkswirt ist 2005 als Referent in den Landesdienst eingetreten und war unter anderem persönlicher Referent von Alexander Schweitzer in dessen Zeit als Wirtschaftsstaatssekretär. 2014 rückte er als Abgeordneter in den Landtag nach und wurde wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. 2019 wurde er Staatssekretär. Alt ist in Kirn geboren, verheiratet und hat zwei Kinder. Er wohnt in Bad Sobernheim.
Grüne schicken Hauer ins Umweltministerium
Bei den Grünen liegen die Wechsel in den Regierungsämtern schon etwas länger zurück. 2021 verließ Anne Spiegel das Umweltministerium und wurde Bundesfamilienministerin – bis sie vier Monate später im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der Ahrflut zurücktrat. In Mainz folgte ihr Katrin Eder (47, Grüne) als Ministerin, die seit Mai 2021 Staatssekretärin in dem Ministerium war – nach zehn Jahren als Verkehrs- und Umweltdezernentin der Stadt Mainz. Eder hat Politikwissenschaft, Soziologie und Öffentliches Recht studiert. Sie ist in Mainz geboren und dort lebt sie auch mit ihrer vierköpfigen Familie.
Als Staatssekretär rückte der damalige Leiter der Energieagentur in Kaiserslautern, Michael Hauer (52, Grüne), nach. Er ist Ingenieur für Umwelttechnologie und Betriebswirt. Vor seinem Wechsel in die Politik war er unter anderem Direktor bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCooper, dort leitete er den Bereich „Nachhaltige Finanzierung“. Hauer ist in Niederweiler in der Eifel geboren und wohnt in Trier.
Eine Veränderung gab es im Familien- und Integrationsministerium von Katharina Binz im April 2023. Damals löste Janosch Littig David Profit (beide Grüne) als Staatssekretär und Amtschef ab. Profit hatte persönliche Gründe für den Rückzug geltend gemacht. Allerdings gab es Hinweise auf einen problematischen Führungsstil. Der Politikwissenschaftler Littig (40) begann seine Laufbahn 2011 als Referent in der Grünen-Landtagsfraktion. Über das Ministerbüro der damaligen Umweltministerin Ulrike Höfken ging sein Weg weiter als Vizeregierungssprecher in die Staatskanzlei, ab 2021 leitete er das Ministerbüro von Binz. Als Staatssekretär hat er sie in diesem Jahr im Mutterschutz vertreten. Der gebürtige Trierer und Vater von zwei Kindern wohnt in Saulheim in Rheinhessen.