Heßheim RHEINPFALZ Plus Artikel Tödlicher Unfall bei Süd-Müll: Beschwerde gegen Ermittlungsende

Sondermüll-Anlieferung bei der Firma Süd-Müll in Heßheim. Dort führte ein falsch etikettiertes Fass zu einem verhängnisvollen Un
Sondermüll-Anlieferung bei der Firma Süd-Müll in Heßheim. Dort führte ein falsch etikettiertes Fass zu einem verhängnisvollen Unfall.

Eine der beiden Opferfamilien gibt sich mit der Einstellung der Ermittlungen zu dem tödlichen Chemieunfall im Sommer 2018 bei der Firma Süd-Müll in Heßheim (Rhein-Pfalz-Kreis) nicht zufrieden. Sie hat gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt. Noch ist nicht entschieden, ob weiter ermittelt werden muss. Darüber informierte am Dienstag das Justizministerium im Umweltausschuss des Landtags.

Bei dem Unfall im August vor zwei Jahren waren zwei Mitarbeiter bei einer Umfüllaktion, bei der giftiger Schwefelwasserstoff frei wurde, ums Leben gekommen. Am Dienstag beschäftigte sich Umweltausschuss in Mainz auf Antrag der CDU-Fraktion einmal mehr mit dem Thema. Bei den Unfallopfern handelte es sich um einen Chemiker und einen langjährigen Mitarbeiter von Süd-Müll, dem Betreiber des einzigen Sondermüll-Zwischenlagers in Rheinland-Pfalz.

Nicht untersucht: „Ob die Anlage sicher ist“

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hatte ihre Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt Anfang März eingestellt. Einen Schuldigen hatte sie nicht ausfindig machen können. Das hat Elisabeth Volk, Leiterin der Strafrechtsabteilung im rheinland-pfälzischen Justizministerium, am Dienstag bekräftigt und betont, dass es bei den Ermittlungen nicht darum gegangen sei, „ob die Anlage sicher ist“. Das wiederum bezweifelt seit langem die Bürgerinitiative SGM in Heßheim und fordert gerade nach einem Brand einer Schredderanlage bei Süd-Müll Ende April nahe dem Zwischenlager erneut eine Sicherheits- und Umweltverträglichkeitsprüfung.

Mitschuld der Opfer?

Die Ermittlungen hatten jedoch viele Fragen aufgeworfen. So hatte nicht geklärt werden können, woher das Unfallfass stammte, dessen Inhalt nicht zur Kennzeichnung passte. Auch wie es zur falschen Etikettierung hatte kommen können, blieb unbeantwortet. Die Genehmigungsbehörde SGD Süd hat deshalb noch mögliche Ordnungswidrigkeiten zu prüfen. Die Staatsanwaltschaft hatte den Opfern, vor allem dem Gruppenleiter, eine deutliche Mitschuld an dem Unfall zugeschrieben. Der habe eine wesentliche Prüfung, einen pH-Test, vor dem folgenschweren Umkippen eines Kanisters in einen Großbehälter unterlassen.

Angehörige nehmen Ermittlungsende nicht hin

Angehörige eines Opfers betonten im RHEINPFALZ-Gespräch, dass der Mitarbeiter „immer sehr sorgfältig“ gewesen sei. Sie sehen durchaus eine Mitschuld bei Süd-Müll. Eine Entscheidung über ihre Beschwerde steht noch aus.

Die SGD informierte, dass Süd-Müll eine Konsequenz aus dem Unfall und dem Tüv-Gutachten dazu drohen könnte: Falls nicht bis Ende Mai ein Sicherheitsbericht ohne Mängel vorgelegt wird, könnte die Menge an Gefahrstoffen, die Süd-Müll annehmen darf, behördlich reduziert werden. dts

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