Südwest Österreichische Autorin Ilse Kilic erhält Hugo-Ball-Preis
Pirmasens (dpa) - Die österreichische Schriftstellerin Ilse Kilic erhält den nach Dada-Mitbegründer Hugo Ball (1886-1927) benannten Preis der rheinland-pfälzischen Stadt Pirmasens. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung soll am 14. Februar 2027 verliehen werden, wie die Kommune mitteilte. Der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis werde an die Jazz-Musikerin Anke Lucks vergeben.
Mit dem Preis erinnert Pirmasens an das Gesamtwerk von Hugo Ball. Der Freigeist hatte 1916 mit Emmy Hennings das Cabaret Voltaire in Zürich eröffnet, das konventionelle Kunst ablehnte und sich als Kulturrevolte verstand. Bekannt wurden unter anderem experimentelle Lautgedichte von Ball, etwa «Gadji beri bimba». Pirmasens vergibt die Auszeichnung seit 1990 alle drei Jahre. Frühere Preisträger waren etwa Verleger Klaus Wagenbach und Schriftsteller Max Goldt.
2023 wurde die Verleihung ausgesetzt
2023 waren die Preise der Medienkünstlerin Hito Steyerl und der Autorin Olivia Wenzel zugesprochen worden. Auf Wunsch beider wurde die Verleihung jedoch ausgesetzt und das Preisgeld zugunsten einer Debatte «über antisemitische Klischees in der Zeit Hugo Balls und unserer Gegenwart» verwendet.
Preisträgerin Kilic werde als «bodennaher Fixstern am Firmament der deutschsprachigen Experimentalliteratur» ausgezeichnet, heißt es in der Begründung. Die 68-Jährige beschäftige sich seit Jahrzehnten mit den großen Fragen von Sprachphilosophie, Leben und Welt, «die sie in ihrer stilsicheren, unvergleichlichen Punk-Ästhetik mithilfe von beantwortbaren Fragen» erfasse.