Rheinland-Pfalz Sommerwetter: Zecken auf dem Vormarsch

«MAinz». Mit dem sommerlichen Wetter haben auch die Zecken Hochsaison. Experten vermuten, dass die kleinen Blutsauger häufiger zubeißen als in den Vorjahren.
Medizinprofessor Johannes Treib, Mitautor der Broschüre „Zeckenerkrankungen in Rheinland-Pfalz“, meint: „Subjektiv habe auch ich den Eindruck, dass es jetzt mehr Zecken gibt.“ Das Wetter sei günstig für die Spinnentiere, die Krankheiten übertragen könnten: warm, aber nicht extrem heiß und nicht zu trocken. Der Chefarzt am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern vermutet einen doppelten Effekt: Abgesehen von einer größeren Zeckenzahl könnte das sommerliche Wetter auch mehr Rheinland-Pfälzer in die Natur locken. Weiter sagte der Experte, auch der Klimawandel könne bei einem Vormarsch der Blutsauger eine Rolle spielen. Im August 2018 hatte nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes ein Pferdebesitzer in der Pfalz die erste in Rheinland-Pfalz bekanntgewordene tropische Hyalomma-Zecke von seinem Ross gepflückt. 2018 sind nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) insgesamt 19 Exemplare dieser bis zu zwei Zentimeter großen Zecke mit auffällig gestreiften Beinchen in acht Bundesländern gefunden worden. Auch sie kann Krankheiten übertragen. Bis zu einem Drittel der heimischen Zecken haben sich laut Landesuntersuchungsamt mit Borrelien, den bakteriellen Erregern der Lyme-Borreliose, angesteckt. Menschen können sich dadurch bei einem Zeckenbiss infizieren. Borreliose beginnt oft mit einer „Wanderröte“ um den Zeckenstich. Dann kann es zu Nervenschmerzen, neurologischen Ausfällen, Herzproblemen und Lyme-Arthritis kommen. Antibiotika können helfen – Impfungen nicht. Im vergangenen Jahr gab es in Rheinland-Pfalz 1579 Borreliose-Erkrankungen.