Rheinland-Pfalz Schweitzer vor Schnieder, aber CDU vor SPD und AfD
Etwas mehr als fünf Monate sind es noch bis zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Laut der Befragung des SWR-Politikmagazins „Zur Sache Rheinland-Pfalz!“ liegt die CDU in einer Umfrage klar vor der regierenden SPD. Die vergangenen Landtagswahlen haben jedoch gezeigt, dass sich das Blatt wenige Wochen vor der Wahl erst gedreht hat. Seit 34 Jahren führt die SPD die Regierung an. Nach der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage kämen die Christdemokraten auf 29 Prozent der Stimmen, ein Punkt weniger als im Juni. Die SPD würde mit unverändert 23 Prozent zurückliegen.
AfD legt zwei Punkte zu
Die AfD, die zu Wochenbeginn in einer Umfrage des Instituts Insa im Auftrag der „Bild“ auf Platz zwei rangierte, käme auf den dritten Platz mit 19 Prozent, im Vergleich zur Juni-Umfrage würde sie aber zwei Punkte zulegen. Die Grünen kämen auf zehn Prozent (minus ein Punkt). Die Linke würde auf sechs Prozent ( plus ein Punkt) kommen und könnte erstmals in Rheinland-Pfalz auf einen Einzug in den Landtag hoffen. Die Freien Wähler lägen unverändert bei vier Prozent und würden wie auch FDP und BSW mit weniger als drei Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Nach dem Wahlrecht wird der Regierungschef oder die Regierungschefin vom Landtag gewählt. Gäbe es eine Direktwahl, würden sich laut SWR-Umfrage 38 Prozent für Alexander Schweitzer (SPD) entscheiden, der seit Juli 2024 die Regierung anführt. Im Vergleich zur Juni-Umfrage würde er zwei Punkte einbüßen. Sein Herausforderer Gordon Schnieder könnte zwar zwei Punkte zulegen, käme aber immer noch auf nur 19 Prozent. 43 Prozent sind den Angaben nach unentschieden oder machen keine Angabe.
Zuwanderung und Bildung sind die Hauptthemen
Bei der Frage, welche Partei die Regierung anführen sollte, liegt die CDU mit 40 Prozent (plus 1) leicht vor der SPD mit unverändert 37 Prozent. Bei den Problemen in Rheinland-Pfalz stehen Fragen der Zuwanderung (23 Prozent) und der Bildung (23 Prozent) in der Umfrage ganz oben, gefolgt von Mobilität (16 Prozent) und Wirtschaft (14 Prozent). Der CDU wird mit 27 Prozent der Umfrage zufolge am ehesten zugetraut, die wichtigsten Aufgaben in Rheinland-Pfalz zu lösen (plus 1 Punkt). Die SPD verliert an Vertrauen und liegt bei 21 Prozent (minus 2 Punkte).
Die Daten basieren auf einer repräsentativen Telefon- und Online-Befragung des Wahlforschungsinstituts Infratest dimap unter 1158 wahlberechtigten in Rheinland-Pfalz vom 1. bis 7. Oktober 2025.
Laut einer Umfrage des Ifak Instituts für die „Rhein-Zeitung“ und den Radiosender RPR1, die vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde, wollen sich 21 Prozent der Wahlberechtigten noch nicht auf eine Partei festlegen, wobei mehr Frauen als Männer unentschlossen sind.
Generalsekretäre der CDU und der SPD bewerten Ergebnis positiv
Der Generalsekretär der SPD Rheinland-Pfalz, Gregory Scholz, bewertete das SWR-Umfrageergebnis positiv. Die SPD trotze dem schwierigen Bundestrend. „Am Ende werden bei der Wahl auch Persönlichkeiten eine starke Rolle spielen“, sagte Scholz. Für Schweitzer würden derzeit doppelt so viele Menschen votieren wie für Schnieder. Auf die Frage, wie die SPD mit der AfD umgehen solle, sagte Scholz: „Klare Kante und klare Distanz“ Man dürfe deren Narrativ nicht übernehmen. „Das erodiert gerade bei der CDU.“
CDU-Generalsekretär Johannes Steiniger bewertet die Umfrage als klares Signal für einen Regierungswechsel in Rheinland-Pfalz. Die CDU bleibe stärkste Kraft und trotze dem Bundestrend. Ministerpräsident Schweitzer bleibe „erstaunlich unbekannt und unbeliebt“.